Düsseldorf: Liebe, Männer
Am Anfang war das patriarchalische Paradies. Schreiber Licht sorgt für Helligkeit am Sicherungskasten, Ruprecht repariert den Kühlschrank, Frau Marthe rupft ein Huhn, und Richter Adam thront mit Allongeperücke und Talar in der Mitte. Die Vögel zwitschern, und die Hähne krähen. Und aus Adams Talar schlüpft Eve, spärlich bekleidet, hervor und schmiegt sich an ihn. Die Erschaffung des Weibes aus der Rippe des Richters.
Doch Licht aus – und Adam liegt kahlköpfig mit klaffenden Wunden am Boden, ein angebissener Apfel vor ihm.
Mit dem Sündenfall sind wir mitten im modernen Schlamassel.
Laura Linnenbaum inszeniert Kleists Lustspiel mit viel Lust am Wortwitz und viel Wut über die Lust der mächtigen Männer. Es gibt natürlich keine dörfliche Idylle mehr, nur einen kahlen, tür- und fensterlosen Raum (Bühne: Valentin Baumeister), eine Leiter (als Richterstuhl) und einen Kühlschrank (gleichzeitig Speisekam-mer und Aktenregistratur wie bei Richter Adam üblich). Darin läuft der Schwank vom «ausgehunzten Richter», der sein eigenes Vergehen vertuschen will, ganz textgetreu ab, mit allen saftigen Pointen Kleists. Andreas Grothgar ist ein schlauer, nervös grimassierender Adam, der triumphierend ...
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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Gerhard Preußer
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Neues von der Alterskriminalität: 2017 ließ Dirk Laucke ein betagtes Pärchen «Bambule im Herbst» veranstalten, Einbruch und Entführung inklusive. 2018 verhökern nun zwei alternde Damen in Svenja Viola Bungartens Stück «Tot sind wir nicht» rezeptpflichtige Medikamente auf dem Schwarzmarkt. Mit dem Geld wollen sie nach Japan durchbrennen. Pikantes Detail: Eigentlich...
