Doppelklassiker
Die Glockenschläge des Jubiläumskalenders stellen auch belastbare Klassikerfreunde vor große Anforderungen. Nur vier Jahre nach Schillers 200. Todestag war in diesem November sein 250. Geburtstag zu bedenken, woran die aktuelle Buchproduktion nicht vorbeigehen konnte.
Rüdiger Safranski, dessen gerade fünf Jahre alte Schillerbiographie noch in frischer Erinnerung ist, hat mit «Goethe & Schiller, Geschichte einer Freundschaft» seinen bereits ausgeschrittenen Horizont zum Klassikerdoppel erweitert, und Friedrich Dieckmann, der anno 2005 noch über den «Jungen Mann Schiller» schrieb, wendet sich nun «Schillers Jahrhundertwende» zu.
Da sich so etwas wie Freundschaft zwischen Schiller und Goethe erst im Sommer 1794 anbahnte und in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts besonders stürmisch vertiefte, gibt es zwi-schen den beiden Neuerscheinungen heftigste inhaltliche Überschneidungen.
Friedrich Dieckmann nähert sich seinem Autorenhelden mit klarer Übersicht und schriftstellerischem Spagat. Zwei historisch und quellenkundlich breit ausgeführte «Hauptstücke» unterscheiden mit Weltbedeutungsgeste zwischen dem «Abschied vom Drama» und der «Wiederkehr des Dramas»; gemeint ist die Zeit vor und ...
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