Doppelgeschöpf, weiblich

Mit Sandra Hüller, der Schauspielerin des Jahres 2013, unterwegs auf der Münchner Maximilianstraße

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Es war ’ne doofe Idee. So ’ne typische Journalisten-Idee. Jetzt stapft Sandra Hüller mit energischen Schritten, die Silhouette schwankt leicht von links nach rechts, auf den Max-Joseph-Platz zu. Da, wo die Münchner Maximilianstraße ihren Anfang nimmt. Die weltberühmte Modemeile.

Wir sind zum Bummeln verabredet. Und zum Reden. Bummeln – natürlich ein Witz. Es ist neun Uhr morgens, keine der Luxusboutiquen hat geöffnet. Bei Jil Sander, das werden wir gleich sehen, schiebt eine Putzfrau noch den Staubsauger an den Verkaufstischen entlang. Und blickt uns irritiert entgegen.

Dieser schöne Laden, den hab ich so gern, immer will ich vorbeigehn und schauen, immer drücke ich mir die Nase an der Scheibe platt, bilde mir sogar ein, neulich hätte mir jemand aus dem Laden zugewinkt, aber das war sicher eine Vision, eine Erscheinung. Die Putzfrau zieht mit ihrem Staubsauger weiter. Echtes Leben zwischen unwirklichen, unwirtlichen Schaufensterpuppen. «Diese Kollektion ist etwas sackig», wird Sandra Hüller gleich fachkundig bemerken. «Die sieht nur an diesen Magersuchtpuppen gut aus, weil sie dort eine schöne Silhouette ergibt. Aber wenn unsereins das anzieht ... tolle Schwangerschaftsmode!«

Aber ...

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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Spieler des Jahres 2013, Seite 100
von Vasco Boenisch

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