die unverheiratete
Personen
Die Junge (30)
Die Mittlere (50)
Die Alte (90)
4 SCHWESTERN
(die Hundsmäuligen)
Das Beil, das Männer mordet, reiche mir einer rasch!
(Klytaimnestra)
Drei Betten, für Die Junge, Die Mittlere, Die Alte, und also wie drei Häuser und zugleich die Schließanstalten, in welchen die vier hundsmäuligen Schwestern diese Betten zu bewohnen pflegen und es immer mehr Menschen als Betten gibt,
und die Türen haben Gucklöcher und Löcher für den Fraß, und man trinkt aus Schnabelbechern und blickt aufs Feld, von den Bäumen dort trägt keiner mehr Frucht, und der große davon wächst aus des Pferdes Grab in den Himmel, und zwischen Wurzelwerk und Rippen finden Wohnstatt Mensch und Tier, und aus Brettern gezimmert des Richters leerer Thron ins Publikum blickt, und in die Erde ist der Heiland vom Kreuz gestürzt, und das Gericht, es kennt sein Volk.
(†)
Dunkel
kein Licht
eine Frau atmet
und atmet
und atmet
und
(§)
Schwester#1
Ruhe
Ruhe hier im Saal
der Richter Ruhe ruft
Schwester#2
schon aus geringren Gründen brüllt er
Schwester#1
Ruhe
Schwester#2
hab ich diesen Saal geräumt
Schwester#3
ich räum den Saal wenn augenblicklich nicht
Schwester# ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2015
Rubrik: Das Stück, Seite 99
von Ewald Palmetshofer
Die Intendanz eines gut laufenden Theaters zu übernehmen, ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kann man auf ein an zeitgemäßen Theaterformen geschultes Publikum vertrauen, muss wenig Aufbauarbeit leisten. Andererseits steht man in Schuhen, die einem leicht zu groß erscheinen können. Einfach ist es also nicht für Christian Firmbach, seit dieser Saison...
Wer sich an Elfriede Jelineks Flüchtlingsklage «Die Schutzbefohlenen» wagt, hat im Grunde gar keine Chance, mit weißer Weste aus der Inszenierung hervorzugehen. Schließlich besteht die luzide Qualität des Textes gerade darin, die europäische Debatte um Asylsuchende, Grenzschutzpraktiken à la Frontex und moralisches versus paragrafisches Asylrecht angemessen...
In «Frau Müller muss weg» von Lutz Hübner und Sarah Nemitz liefert ein Stellvertreterkrieg den dramatischen Stoff: Eltern, die sich für ihre Kinder ereifern. Schauplatz ist ein Klassenraum, in dem eine Gruppe Eltern der Lehrerin ihrer Grundschulkinder den Prozess machen will. Geschrieben und uraufgeführt wurde das Erfolgsstück 2010 in Dresden, nachgespielt...
