Die unbequeme Vielfalt
Vorab die gute Nachricht. Wir befinden uns nicht in einem «Krieg der Kulturen». Jedenfalls nicht in einem zwischen «dem Westen» und «dem Islam». Und wenn wir vom radikalen politischen Islam sprechen, der unter Migranten-Jugendlichen in westlichen Gesellschaften um sich greift, handelt es sich dabei nach wie vor um eine Sache von kleinen Minderheiten unter den Einwanderern.
Nach dem «Karikaturenstreit» und den erregten Debatten über die Integration von Migranten, ausgelöst von pädagogischen Hilferufen aus der Rütli-Hauptschule in Berlin, bot sich während der Fußball-WM ein ganz anderes, für viele überraschendes Bild. In Deutschland lebende und geborene Türken und Araber wollten beim globalisierten Mega-Event nicht farblos im Abseits stehen und schwenkten mit überschäumender Begeisterung Schwarz-Rot-Gold. Im Taumel der großen Party kannten wir keine Parteien und Volksgruppen mehr, sondern nur noch Deutschland-Fans. Auf ihre frisch entdeckte Liebe zu den Landesfarben angesprochen, sagten die jungen Leute immer wieder Sätze wie diese in die Kamera: «Wir leben doch hier. Deutschland ist unsere Heimat.»
Auch die Integration in Deutschland ist offenbar besser als ihr Ruf, besser ...
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Theater heute Jahrbuch 2006
Rubrik: Regeln des Zusammenlebens, Seite 6
von Richard Herzinger
«Ich habe mich vor acht Wochen in Hamburg mit ‹Nachtasyl› beschäftigt, da habe ich über ‹Nachtasyl› nachgedacht, und vor einem halben Jahr habe ich mich mit ‹Macbeth› beschäftigt, da habe ich über ‹Macbeth› nachgedacht. Und im Moment mache ich wieder was anderes. Und das beschäftigt mich außer ein paar andere Sachen eigentlich den ganzen Tag.
Gleichzeitig habe ich...
1. THE FLYING CARPET
kurz vor meiner zeit in münchen schlug ich mir mit meinen kumpels die nächte in bielefeld an der tür im SUBWAY um die ohren – wir verdienten geld damit leute entweder rein oder nicht rein zu lassen – hauptsächlich waren das leute wie wir an der tür: schwarzköpfe jeglicher herkunft: türken – araber – trainigsanzugsalbaner – lederlackitaliener...
Das 6. Festival Internationale Neue Dramatik an der Schaubühne beginnt in ein paar Tagen, und noch immer gibt es keine Nachricht von Debbie Tucker Green. Kommt sie zur szenischen Lesung ihres neuen Stückes «Stoning Mary» oder kommt sie nicht? Ihr Londoner Verlag weiß es nicht, E-Mails, die Bekannte an Tucker Greens Privatadresse weiterleiten, werden nicht...
