«Die spielen nicht das Klischee!»
Als Sie alle das «Verrückte Blut» im vergangenen Jahr herausgebracht haben, tobte gleichzeitig die Sarrazin-Debatte. Ihre gefeierte und auch beim Berliner Theatertreffen gezeigte Aufführung handelt von einer konfliktgeladenen Schulklasse und spielt mit den Klischees, aber auch den Wahrheiten von muslimischen Macho-Jungs und vermeintlich unterwürfigen Kopftuchmädchen; sie spielt zugleich mit Schiller, mit den einst revolutionären deutschen Bildungsidealen und den Absurditäten einer heutigen Leitkultur. Damit haben Sie die ganze Sarrazin-Debatte auf fulminante Weise erübrigt.
War Ihnen gleich bewusst, was für ein heißes Eisen Sie da schmieden?
Sesede Terziyan Das alles sind Themen, mit denen wir groß geworden sind. Dafür habe ich keinen Thilo Sarrazin gebraucht. Und wenn die Bundesrepublik ihn braucht, um über etwas zu reden, was seit Jahrzehnten fällig gewesen wäre, dann ändert das nichts an meinen Erfahrungen.
Nora Abdel-Maksoud Ich war relativ erschrocken über die Debatte. Wir hatten keine Ahnung von unserem Timing und den Folgen. Doch für mich ist es eine große Genugtuung, dass wir einen Gegenentwurf setzen.
Wer von Ihnen hat Sarrazin gelesen?
Terziyan Ich nur, weil ich mich ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Dramen des Jahres, Seite 102
von
Wenn ich einen Wutanfall kriege, dann gibt es meistens diesen einen, ganz lichten Moment, in dem mir klar wird, dass doch irgendwie alles mit allem zusammenhängen muss. Das ist der Augenblick, in dem der Anfall in einen Rundumschlag umkippt und ich von der Euphorie, eventuell am Weltgeist geschnuppert zu haben, schier übermannt werde. Dieser überkomplexe...
Irene Bazinger, «Frankfurter Allgemeine Zeitung»
Deutschsprachiges Stück: Ewald Palmetshofer «tier. man wird doch bitte unterschicht»
Ausländisches Stück: Lucy Prebble «Enron»
Inszenierung und Dramaturgie: Marius von Mayenburg, Mayenburg «Perplex», Schaubühne Berlin
Bühnenbild/ Kostüme: Bühne: Katja Haß, Herzberg «Über Leben», Deutsches Theater Berlin Kostüme: Bert...
Ich komme gerade aus der 55. Vorstellung von «Verrücktes Blut» im Ballhaus Naunynstraße. Es ist der vorletzte Abend der Spielzeit und eine Premiere für vier Umbesetzungen. Rahel Jankowski, Erol Afsin, Emre Aksizoglu und Gregor Loebel sind in feste Ensembleverträge in Düsseldorf oder in Schauspielschulen nach Bern und Essen gegangen, Hasan Akkoush, Pinar Erincin,...
