Die richtige Form der Beine

Schon Konstantin Sergejewitsch Stanislawski (1863–1938) wusste, dass es auf der Bühne nicht nur um innere Werte geht: der Regisseur als Fitness-Trainer und Körperbild-Designer. Bernd Stegemann hat Tausende von Seiten des Meisters zum «Stanislawski-System» auf 430 Seiten kondensiert und dabei um hunderte Anekdoten erleichtert: ein lesenswerter Auszug, der den Meister erschöpfend zu Wort kommen lässt

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«Die Menschen verstehen nicht, sich der Möglichkeiten ihres Körpers zu bedienen. Ja, nicht genug damit: Sie sind noch nicht einmal imstande, ihn in Ordnung zu halten und weiterzubilden. Schlaffe Muskeln, ein verkrümmtes Rückgrat, falsche Atmung sind gewohnte Erscheinungen im täglichen Leben. Das alles sind Folgen der Unfähigkeit, unse­ren Körper richtig zu entwickeln. Es kann daher auch nicht wundern, dass er die ihm von der Natur zuge­dachte Arbeit nur ungenügend bewältigt.

Die gleiche Ursache haben auch die unproportionierten Körper und die unharmonischen Bewegungen, die man immer wieder sieht.

Viele dieser Mängel könnten vollständig oder doch wenigstens teilweise beseitigt werden. Aber die Menschen machen nicht immer Gebrauch von dieser Möglichkeit. Wozu auch, meinen sie. Körper­liche Fehler bleiben im privaten Leben meistens un­bemerkt. Sie sind für uns zu normalen, gewohnten Erscheinungen geworden.

Auf der Bühne dagegen können viele unserer kör­perlichen Schwächen nicht geduldet werden, denn Tausende von Zuschauern sehen den Schauspieler gleichsam vergrößert. Daher muss der Körper des Schauspielers gesund und schön und seine Bewegungen müssen plastisch und harmonisch sein. ...

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Theater heute Juni 2007
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Bernd Stegemann

Vergriffen
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