Die rheinischen Nebel

Im Ungewissen: die Eröffnung der Düsseldorfer Schauspiel-Intendanz von Wilfried Schulz

Theater heute - Logo

Beginnen wir mit dem Logo. «D’haus» bezieht sich auf das Kürzel, das gelegentlich benutzt wird, um die Landeshauptstadt «D’dorf» auf kompaktes Format zu stutzen (Köln derart kleiner zu kriegen, funktioniert nicht).

Ist es eine Geste der Selbstbescheidung? Annäherungsversuch an das umliegende «Dorf»? Oder reagiert das Label ironisch-bitter auf die für das Schulz-Team unzumutbare Situation der sich hinziehenden Unbespielbarkeit des Bernhard-Pfau-Baues am Gustaf-Gründgens-Platz durch die akut gewordene Sanierung und Reparatur von Technik und Fassade (Kosten von 20 Millionen aufwärts bis 40) und durch die Riesenbaustelle für den sogenannten Kö-Bogen II?

Die Kommune hat zwar A gesagt (Unsere Stadt soll schöner werden), aber nicht weitergedacht. Nachdem der Platz selbst an einen Investor für 70 Millionen Euro verkauft wurde, ist ein umfassender Gesamt-Entwurf des Architekturbüros Ingenhoven mit einem scharf geschnittenen Gebäuderiegel geplant, der sich klug in Dialog setzt zu dem von Pfau ursprünglich entworfenen Ensemble mit Thyssen-Hochhaus und die Sichtachse zur Königsallee hin freilegt. Mittlerweile gehen Freunde des ungewöhnlicherweise je zur Hälfte von Stadt und Land NRW ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Start, Seite 32
von Andreas Wilink

Weitere Beiträge
Warum nicht gleich Malick?

Das Theater geht ins Kino mit wackeligen Beinen und einem schicken neuen Anzug. So ließe sich der mediale Transfer beschreiben, den die Verfilmung von Ibsens «Die Wildente» durch Simon Stone betreibt. Der Australier Stone, geboren in Basel und dort Hausregisseur am Theater, wurde für seine Wiener Inszenierung von «John Gabriel Borkman» in diesem Jahr zum...

München: Herzstillstand

Zwei zeitgenössische Künstler, ein Videofilmer und ein Autor, liefern das Ausgangsmaterial zu den beiden jüngsten Produktionen der Münchner Kammerspiele: Ryan Trecartin, geboren 1981 in Texas, ist ein Digital Native der ersten Stunde, der mit hochprofessionell produzierten Videos in der trashigen Youtube-Ästhetik einer dauerquasselnden, mit der Kamera im...

Berlin: Standleitung ans Götterohr

Die berühmte Eingangswendung des Dramas ist ausgespart: «Das Land der Griechen mit der Seele suchend», sowas kommt dieser Iphigenie nicht mehr in den Sinn. Auf hohem Podest steht sie, die verschollene Tochter des Troja-Fahrers Agamem­non, die als Priesterin auf Tauris Unterschlupf gefunden und dem eingeborenen Volk das Menschenopfer abgewöhnt hat. 

Heimkehr,...