Die neue Underclass
Wer in den ersten Augusttagen in London war, wird mit ziemlicher Sicherheit einige aufgeregte SMS aus dem In- und Ausland bekommen haben: «Are you ok? Are you caught up in the riots?» The riots, the riots, die Millionenstadt in Panik, außer Kontrolle, in einer surrealen Szenenmischung aus Sommerschlussverkauf, Bürgerkrieg und Clockwork Orange. Premier David Cameron und Bürgermeister Boris Johnson kamen hastig aus dem Urlaub zurück, denn keiner war drauf vorbereitet.
Hätte man es aber vielleicht sein können? Sagte doch der Vorsitzende der Liberal Democrats Nick Clegg schon in der letzten Wahlkampagne, die von den Konservativen geplanten Kürzungen würden Aufruhr griechischer Ausmaße nach sich ziehen. So ganz Unrecht hatte er da ja nicht. Seit seine «Lib Dems» nun aber schwächelnde Koalitionspartner der Konservativen sind, haben die Tories – Cleggs Kassandra-Rufe hin oder her – England im ungebremsten Spar-Würgegriff.
«Die Kranken unserer Gesellschaft», «Wolfskinder», «Abschaum», das waren die ersten Worte Camerons über die Täter kurz nach den schockierenden Ereignissen. Boris Johnson sagte dagegen ein paar Tage später, nichts könne entschuldigen, was passiert sei; es sei ...
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Theater heute Oktober 2011
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Patricia Benecke
Pläne der Redaktion
«Kein Licht.» heißt das neue Stück von Elfriede Jelinek nach der Katastrophe von Fukushima. Gibt es menschliche Schuld, oder hat die Natur mit Erdbeben und Tsunami einfach «übertrieben leidenschaftlich» reagiert? Der Stückabdruck und mehr über Karin Beiers Kölner Uraufführung im nächsten Heft
Die Münchner Kammerspiele stechen in ihre zweite...
Sonntag, 2.
10.00, arte: Der Hässliche – von Marius von Mayenburg, mit Frédéric Cherboeuf, Delphine Cogniard u.a., Regie Denis Caiozzi. Aufzeichnung aus dem Théâtre de Grenoble (2011)
Montag, 3.
13.05, arte: Max Frisch, Citoyen – französischer Dokumentarfilm (2008) von Matthias von Gunten
16.15, arte: Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben – Fernsehfilm (2009) von Michael...
Vielleicht sollte man Macbeth einmal zur Abwechslung als frühen Kulturkritiker verstehen. Jedenfalls befindet er sich im dritten Akt, vierte Szene, an einem ungewöhnlichen Punkt der Erkenntnis. Er hat an dieser Stelle des Dramas bereits König Duncan und dessen Diener erstochen, um sich selbst die Krone aufzusetzen, dann den Freund Banquo ermorden lassen, andere...
