Die Kunst, nicht zu schlafen
Empathie kann so ein Quälkram sein, vor allem, wenn Künstler sie für andere inszenieren. Da gibt es zum Beispiel eine Unterführung am Ende der Münchner Maximilianstraße, die ihrer ursprünglichen Funktion nach so sinnlos ist, dass man sie bereits kurz nach Fertigstellung 1969 der Kunst übergab. Jeder normale Fußgänger geht hier nämlich oberirdisch über den Altstadtring, anstatt sich in das unheimliche Dunkel unterhalb der Straße zu begeben.
Deswegen sind die Rolltreppen durch grünes Gestrüpp lahmgelegt und die einst wohl als Einzelhandelsflächen geplanten Zwischenräume vom Ausstellungsraum «Maximiliansforum» belegt. Hier zeigte Ende September die Künstlergruppe Medora rund um die Uhr ihre Video-Installation «Wir-Gefühl», ein Projekt über Empathie.
Was daran falsch ist? Die blau gekachelte Unterführung mit ihren hübsch bauchigen Lichtsäulen ist nachts bewohnt. Hier schlafen immer einige Obdachlose und häufiger auch Gruppen von Osteuropäern, die vermutlich auf der Suche nach Baustellenjobs in der prosperierenden Bayern-Metropole sind. Ende September verendet hier auch der eine oder andere Wiesn-Besucher, der im nahegelegenen Hofbräuhaus noch etwas nachgeglüht hat und einige ...
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Theater heute November 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Till Briegleb
Es regnet, als ich Ayham Majid Agha auf der Terrasse der Gorki-Kantine treffe. Der 35-jährige Schauspieler und Theatermacher sitzt als einziger unter einem der Sonnenschirme und blättert im vielsprachigen Textbuch von Elfriede Jelineks/Aischylos «Die Schutzbefohlenen», das Ende Oktober in der Regie von Sebastian Nübling Premiere haben wird; gerade kommt er von den...
Ein Text für ca. zwei DarstellerInnen
oder eine hochgradig gespaltene Persönlichkeit.
Person 1 (große Person)
Person 2 (kleine Person)
Kann beliebig auf viele große und kleine Personen ausgeweitet werden.
Previously on «Der manische Jugendchor»:
Damals, vor –
sagen wir –
einigen Jahren.
War ich jung.
Und
unendlich
durchschnittlich in meinem...
Was hat Paul McCarthy nicht alles schon gefickt: Bäume, Vieh, Fässer, Augenhöhlen, Pinocchio, das weiße Kaninchen, Marilyn Monroe. Und was hat er in den letzten 45 Jahren nicht schon alles mit Ketchup, Senf, Schokolade und anderen Dickflüssigkeiten beschmiert: Arafat, Santa Claus, Nixon, Schoine Damen, Seemänner und vor allem sich selbst. Und jetzt also James Dean,...
