Die Kunst des Jonglierens
In England heißt alles, was mit Theater unterwegs zu tun hat, Touring. Auf der Insel gehört Touring allgemein zum guten Ton. Und wie so vieles in Englands Theater fängt auch das ordentliche Touringgeschäft zu Shakespeares Zeiten an: 1559 ordnete Elisabeth I. an, dass alle bis dahin informellen Theatergruppen, die durchs Land streunten, Lizenzen brauchten. Neue offizielle Touring Companies entstanden, unter anderem 1594 die Lord Chamberlain’s Men, Shakespeares Hauptarbeitgeber. Man spielte am Hof, tourte aber auch durch England.
Touring bleibt bis heute ein absolut integraler Bestandteil des britischen Theatersystems.
Das Arts Council England, staatliche Finanzstelle der Künste, verkündete im März, es werde ab jetzt 18 Millionen Pfund jährlich speziell für Touring bereitstellen. Eine äußerst großzügige Summe in Zeiten, in denen David Camerons Regierung die Arts-Council-Gelder um heftige 15 Prozent kürzt, somit über 200 Organisationen ihre Subventionen völlig verlieren, und sie für fast alle Stadt- und Regionaltheater um 11 bis 15 Prozent reduziert werden. Das Arts Council vermerkt, dass aller beinharten Sparmaßnahmen zum Trotz Touring eine absolute Priorität sei. Vielleicht sogar ...
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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Fahrendes Volk, Seite 14
von Patricia Benecke
Dieser junge Mann inszeniert das eigene Leben. Ziemlich lange muss er zwar warten zu Beginn, sogar ein paar Mal rausgehen und wieder reinkommen, weil noch nicht passiert, worauf er wartet – dann legt er, endlich, los. Fingerschnipps: Musik. Ob allerdings die Geschichte, die nun beginnt, und zwar mit dem Auftauchen der schönen Olga, tatsächlich die ist, auf die der...
Sage mir, wo du wohnst, und ich sage dir, wer du bist. Anno 1959 ist das in etwa das Motto der rechtschaffenen Einwohner von Clybourne Park, einem schmucken Stadtviertel von Chi-
cago, das ausschließlich von Weißen bewohnt wird. Kaum zu glauben, dass Russ und Bev
ausgerechnet von hier wegziehen wollen. Doch wen die Ferne der Vororte ruft, den muss
man ziehen lassen....
Egomania – Insel ohne Hoffnung» ist der Titel eines Films, den Christoph Schlingensief im zarten Alter von 26 Jahren mit Tilda Swinton, Udo Kier, ausgesucht hässlichen Laiendarstellern und jeder Menge selbstermächtigungsseligen Stirner-Zitaten auf einer vereisten Nordsee-Hallig gedreht hat. Ein Glück, dass Schlingensiefs Dramaturg Carl Hegemann kurz vor der...
