Die Kunst als Möglichkeitsraum

Was darf die Kunst? Antworten von André Leipold

Theater heute - Logo

Die Frage danach, wo für mich die Freiheit der Kunst ende und welches Beispiel aus der Arbeit im Zentrum für Politische Schönheit hierbei erkenntnisreich sei, beantworte ich hier zum vielleicht richtigen, aber unangenehmen Zeitpunkt. Der Blick auf die Grenzen der künstlerischen Freiheit ist nach innen gerichtet. Und doch ändert sich ständig die Blickrichtung. Ich versuche mal eine Momentaufnahme.

Unsere letzte Aktion endete gerade mal vor ein paar Tagen.

Sie hieß «Flüchtlinge Fressen – Not und Spiele» und könnte qua Setzung und Ablauf auch als Spielanordnung zur gar nicht mal so beiläufigen Beantwortung genau jener und ähnlicher Fragen herhalten. Doch nach Wochen und Monaten im Auge des Sturms eines facettenreichen und aufwendigen Spiels wird mein Reflexionsbedürfnis noch vom Wunsch nach Pause und Abstand verdrängt – auch weil es während der Aktion schon überraschend tief befriedigt wurde. Die Schaffung regelmäßig eingebauter diskursiver Zugänge für Akteure, Beobachter und Experten war diesmal ein Kern­element. Es war unabdingbar, um die losen Enden zu verknüpfen, die wir bei Aktionsstart präsentierten: die gleichzeitige Probe an einem dystopischen und einem utopischen Stück – das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 114
von André Leipold

Weitere Beiträge
Der moderate Radikale

Sein erstes Jahr im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, an das er direkt nach der Schauspielschule kam, war schon mal nicht schlecht. Neben kleineren und mittelgroßen Rollen bei Stephan Kimmig (Marie in «Clavigo», Lempereur in «Unterwerfung») oder Christopher Rüping (Benvolio in «Romeo und Julia») hatte Marcel Kohler in Daniela Löffners Inszenierung «Väter und...

Der etwas härtere Junge

In Pier Paolo Pasolinis Jesus-Film «Das 1. Evangelium – Matthäus» fährt die Kamera immer wieder langsam über die Gesichter derer, die gekommen sind, um Jesus zuzuhören. Pasolini hat seine Komparsen in Südtalien gecastet, einfache Männer aus der Basilicata, Hilfsarbeiter, Bauern, Tagediebe. Das Leben und die Sonne haben ihre Physiognomien verschieden geprägt, manche...

Uraufführungen

 

A

Ibrahim Amir

Homohalal (Theater Dresden)

Thomas Arzt

Die Neigung des Peter Rosegger (Schauspielhaus Graz)

 

B

Lukas Bärfuss

Frau Schmitz (Schauspielhaus Zürich)

Anna Bechstein

Paulette (a.gon Theaterproduktion München)

Hannah Biedermann

Er – Sie – Es (Junges Ensemble Stuttgart)

Metapolis (Junges Staatstheater Braunschweig)

Bov Bjerg

Auerhaus (Deutsches Theater...