Die Kulturolympiade
In der «Zeit» hat sich der Autor F.K. Mafhys einmal grundlegende Gedanken darüber gemacht, ob der Sport in Shakespeares Leben und Stücken eine besondere Rolle spielt.
Sieht man davon ab, dass für den Dichter auch schon Bärenfang oder die Jagd von Fischen, Hasen und Fasanen zum leibesertüchtigenden Zeitvertreib zählten, so finden sich in den Dramen doch tatsächlich auch eindeutige Hinweise auf sportliche Betätigungen, die man heute noch im Rahmen strenger Wettbewerbsregeln gelten lassen würde: Das «ganze buntschillernde Bild des englischen Renaissancesportes» zeige der Dichter: «Mit dem Rapier scheint Shakespeare sehr vertraut gewesen zu sein (…) Jedenfalls kannte er alle Paraden, wie dies aus seinen vielen Erwähnungen der Fechtkunst hervorgeht (...) Das damals zu hoher Berühmtheit gelangte Bogenschießen diente ihm zu vielen sprichwörtlichen Vergleichen und Redewendungen. Ringen, Laufen (...), auch das Turnieren hoch zu Pferd sowie das Reiten, etliche Ballspiele und der Tanz sind die wichtigsten Leibesübungen in old England gewesen und wurden von Shakespeare immer wieder in Dramen und Komödien genannt. Zur Sportbetätigung Shakespeares dürfte auch das Schwimmen gehört haben, gleichfalls das damals übliche Field Tennis, wogegen er über Volksfußball verschiedentlich in abschätzigem Tone sprach wie etwa in ‹König Lear› und der ‹Komödie der Irrungen›: ‹Bin ich so rund mit Euch, als Ihr mit mir, dass Ihr mich wie ein Fußball schlagt und stoßt?›» ...
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Theater heute März 2012
Rubrik: Magazin: Olympia, Seite 63
von Bernd Noack
Engel steigen zu uns herab. Zu einem Drum-Loop, über den sich bald schon die melancholischen Synthesizerklänge von «Streets of Philadelphia» schmiegen, schweben die Akrobaten vom Bühnenhimmel. Einer von ihnen, der mit der regenbogenbunten Glitzerhose und beeindruckend ausdefinierten Rückenmuskulatur, ist Fabian Hinrichs. Kaum hat er sich seines Fluggeschirrs...
Zuerst schiebt sich eine Hand – sie ist runzelig – ins Bild, die in einem Regal nach einer Tüte Milch greift. Eine alte Frau unter einem Kopftuch schlurft an die Ladenkasse und zahlt 49 Pence für das Lebensmittel. Margaret Thatcher kannte immer den Preis – den für Milch, den für die Prosperität Englands, den für die eigene Karriere und den für den Ruhm. Denis, ihr...
Gelächter gleich in der ersten Minute. Eine Horde drolliger Insassen von irgendwas lümmelt auf Kinderstühlen, getriezt von einer ruppig-patenten Kommandeuse in Schuluniform und Pumuckl-Perücke – nicht gerade das, worauf man bei Sarah Kane gefasst ist. Und doch hat dieser mutwillig-regressive Schabernack, den Johan Simons da auf fast leerer Bühne der Münchner...
