Die Flexibilität von Cupcake
René Pollesch hat Helene Hegemann und Kamerafrau Kathrin Krottenthaler im Rahmen des Mentorenprogramms «Connect Connect» für dieses Theaterprojekt am FFT ausgewählt. Ein Text ist dabei nicht herausgesprungen, dafür ein bunt popkultureller Abend, den Hegemann mit ein paar Freunden performt, die allesamt frei von Schauspielerfahrung zu sein scheinen. Ganz in ihrem Sinne, denn, wie sie in einem Interview sagt, mag sie «Leute mit Profi-Gehabe nicht, die so tun, als würden sie auf der Bühne mit einer Rolle verschmelzen».
Auch wolle sie auf keinen Fall versuchen, «aus irgendeinem Text eine weltbewegende Wahrheit zu quetschen». Sie habe einfach ihren Freunden, die Geld brauchten, einen Job besorgen wollen, «also machen wir das jetzt und haben ein bisschen Spaß dabei».
Das klingt natürlich ein wenig kokett, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Hochgeschraubte Erwartungen an die 19-jährige Hegemann, deren Name vor knapp zwei Jahren die Feuilletons aufgrund ihres breit angelegten Intertextes «Axolotl Roadkill» heiß laufen ließ, sind hier fehl am Platze. Kein Coming-of-age-Stück, kein wilder Punkrock, vielmehr folgt die Gruppe mit jugendlichem Welpencharme ein wenig brav den Spuren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2012
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Natalie Bloch
«Man kann einen Staat erst verstaatlichen, wenn er komplett bankrott ist» – diese aktuelle Sottise zur Euro-Krise stammt von Elfriede Jelinek und wurde 2008 geschrieben. Damals bezog er sich auf die Haftungsübernahme des österreichischen Staates für die wegen zweifelhafter Finanzaktionen in die Krise geratene Gewerkschaftsbank BAWAG. Jelinek hat mit «Die...
Eine grüne Drehbühne, im Hintergrund eine runde Bildprojektion. Vorn ein Stehpult für die Hauptdarsteller: Erst spricht der Bundespräsident, dann die Kanzlerin und jetzt der Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Er dreht und wendet etwas linkisch das Manuskript, bevor er anfängt. Dafür gibt es vom gefüllten Auditorium des Badischen Staatstheaters Szenenapplaus....
Julia Wieninger steht in einer Küche mit Umzugskartons und spielt Julia Wieninger, die gerade nach Köln gezogen ist. Sie erzählt, wie sie Hanna auf der Straße vor dem Theater angesprochen hat, nach wochenlanger Suche in Büdchen, Museen und U-Bahnen. Und dann klingelt es an der Tür, Julia Wieninger verlässt die Bühne – und kommt als Hanna wieder herein. Das Haar zum...
