Die Boten! Die Botschaft?
Eine Frau geht über die Bühne, ein Hund trippelt hinterher. Gelächter. Stumm und doch auf schnelle Wirkung bedacht, so beginnt – und bleibt die erste Inszenierung des neuen Intendanten Elmar Goerden in Bochum. Keine Botschaften, nur Boten. Aber auch keine Rätsel, keine Geheimnisse. Alles klar in Bochum, neuer Kommandant, kaum veränderter Kurs.
Mit Peter Handkes großem Zuschauspiel «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten» beginnt Goerden seine Intendanz. Wortlos.
Aber die Bühne spricht sofort: Handkes «freier Platz im hellen Licht» ist angefüllt mit allerlei Immobilien und Mobilitätsgerümpel: acht Fahrräder, eine Vespa, eine Straßenlaterne, ein riesiger Obelisk, und oben hängt ein gelegentlich blinkender Neonstern (Bühne: Silvia Merlo und Ulf Stengl). Die Dinge wollen uns schon unterhalten, bevor die Menschen kommen. Goerden hat das Stück für seinen Einstieg gewählt, weil er so fast sein gesamtes Ensemble in einer Inszenierung vorstellen kann. Schließlich wissen er und das Bochumer Publikum noch nicht viel voneinander. Doch in dieser schönen Analogie erschöpft sich auch schon die ganze Konzeption.
Handke feiert den Zuschauer als Autor, weil er bloß Beobachter, Außenstehender ...
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