«Des is jo Literatur»
Über zu wenig Publikum konnte sich der Grazer Puppenspieler Nikolaus Habjan schon als Kind nicht beschweren. Wenn seine Eltern Besuch bekamen, mussten die Gäste im Laufe des Abends auch ins Kinderzimmer schauen. Dort wartete der kleine Nikolaus schon mit einem perfekten Bühnenbild. «Der Luftbefeuchter war die Nebelmaschine, die Schreibtischlampe die Beleuchtung», erinnert sich der Regie-Frühzünder.
Bereits im Alter von fünf wünschte sich Habjan nach einem Besuch im Salzburger Marionettentheater zu jedem feierlichen Anlass nur eines: Puppen, bis er die komplette Besetzung von Mozarts Oper «Die Zauberflöte» zusammen hatte. Eltern und Großeltern mussten also regelmäßig Ausflüge nach Prag unternehmen, wo die Technik des Marionettenbaus hochgehalten wird, um die Wünsche des kleinen Intendanten zu befriedigen. «Unter einer Stunde ist keiner aus dem Kinderzimmer wieder herausgekommen», scherzt Habjan heute.
Die frühe Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Das Burgtheater reißt sich um den 28-Jährigen ebenso wie das Wiener Volkstheater, wo er ab dieser Spielzeit zu einem zentralen Mitspieler in Anna Badoras neuem Team wurde. Der junge Mann kann nämlich nicht nur umwerfend schräge Puppen basteln ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Karin Cerny
Aachen, Grenzlandtheater
28. Levin, Todesfalle
R. Anja Junski
Aachen, Theater
14. Marivaux, Der Streit
R. Roland Hüve
16. Beckett, Warten auf Godot
R. Christian von Treskow
22. Lausund, Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
23. Rottmann, Die mich jagen
R. Winfried Tobias
Baden-Baden, Theater
22. Murray-Smith, Zorn
R. Otto Kulka
Ba...
fassung
mange ton dasein!
lacan
tatsächlich gibt es nichts, was auf so unerträgliche art und weise unbrauchbar und überflüssig wäre wie das organ, das herz genannt wird, dieses schmutzigste aller mittel, das die wesen erfinden konnten, um leben in mich zu pumpen.
artaud
per medulam cordis mei,
peccatoris atque rei,
tuus amor transferatur,
quo cor tuum rapiatur
...
Der Wiener Theatermacher Christian Suchy passt in keine Genre-Schublade. Angefangen hat er vor 20 Jahren mit sehr eigensinnigen, autistisch-komischen Soloabenden zwischen Mime und Objekttheater, in denen er beispielsweise mit Obst, Gemüse und Küchengeräten ganze Shakespearetragödien nachspielte. Suchy erwarb sich den Ruf eines Geheimtipps, kam darüber aber nicht...
