Der Überväter-Western
Im alten, noch deutlich patriarchal durchstrukturierten Familienklassiker von berufstätigem Vater, haushaltender Mutter und Kindern ist wahrscheinlich die Mutter die große Konstante und der Vater deren Abweichung. Die Mutter garantiert das Leben, der Vater das Abenteuer, Kraft, Gewalt manchmal, pfadfinderartige Momente der Kameraderie, Tief- und Höhepunkte des Zwischenmenschlichen. Für den Sohn kommt vom Vater das Wissen über Autos, Alkohol und Sexualität. Irgendwann wird Bier zum Gleitgel der Vater-Sohn-Beziehung. Oder Wodka.
Wenn sie es nur einigermaßen richtig machen, sind Väter immer irgendwie bewunderte Helden. Und irgendwann werden die Söhne wie ihre Väter.
Der lettische Regisseur Alvis Hermanis hat für all diese Behauptungen drei Geschichten und eine Form auf die Bühne der Zürcher Schiffbauhalle 2 gestemmt. Die Geschichten sind klug auf lustige, trockene oder sentimentale Pointen hin getrimmte Anekdoten aus den Väter-Beziehungen von zwei Schauspielern (der Kasseler Polizistensohn Oliver Stokowski und der lettische Schauspielersohn Gundars Abolin, ein Name, der wie kein zweiter ins Theater gehört, weil man immer «Gundars Abo links» zu verstehen glaubt) und einem Künstler (der ...
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«Das Risiko bei Shakespeare besteht natürlich darin, dass du auf einen völlig falschen Weg kommen kannst und niemand dich dabei aufhält. Bei Henrik Ibsen ist es komplett anders, bei diesem Dramatiker kannst du andauernd kontrollieren, was du machst. Wenn man bei Ibsen eine grundsätzlich falsche Entscheidung für eine Figur trifft, wenn man zum Beispiel aus Lövborg...
Handball ist ein gefährlicher Sport. In neun Fingern Kapselrisse und vier Mal das Nasenbein gebrochen ist zumindest die Bilanz von Hans Löw. Hätte der talentierte Sportler, den man in seinen Jugendjahren nie ohne Ball gesehen haben soll, weiter gemacht und wäre kürzlich Weltmeister mit dem deutschen Handballteam geworden, dann sähe die Liste sicherlich noch...
Die Verlockung muss groß sein, vielleicht, weil der Stoff so gewaltig ist und Tantiemen birgt. Nach Moritz Rinke (seit 2002 in Worms), Helmut Krausser («Unser Lied»), Marc Pommerening («die nibelungen. melodram») und einigen weniger Autorschaft beanspruchenden Hebbel-Bearbeitern (wie zuletzt Andreas Kriegenburg) hat nun Oliver Schmaering ein weiteres...
