Der Star ist die Mannschaft

Wie Wilfried Schulz sieben Jahre Gratwanderungen zwischen Angriffslust und Affirmation ausbalancierte

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Mitte letzten Jahres saß der Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Wilfried Schulz, auf einem Berliner Podium zum Thema «Theater und Netz» – und sprach über Pegida. Sechs Monate später, Lutz Bachmann und Konsorten hatten ausgerechnet den geschichtsträchtigen 9. November für einen ihrer «Spaziergänge» inklusive Kundgebung am Dresdner Theaterplatz auserkoren, stand Schulz vor einer Kamera der «Tagesschau» – und äußerte sich zu Pegida.

Anfang 2016 diskutierte der Dresdner Intendant mit Kollegen in der Berliner Akademie der Künste die einigermaßen grundsätzliche Frage «Wozu Theater?», und der Moderator fragte ihn nach – Pegida.

So wird Wilfried Schulz’ sächsische Amtszeit mutmaßlich in die Betriebsannalen eingehen: als eine Art Dauerwiderstand gegen jene selbsternannten «Spaziergänger», die monatelang jeden Montagabend mit Deutschlandfahnen und «Lügenpresse»-Rufen durch die Innenstadt marschierten. Obwohl Schulz schon mehr als zwei Drittel seiner lokalen Intendanz-Ära hinter sich hatte, als sie auftauchten. Gut möglich, dass der insgesamt siebenjährige Dresden-Parcours des 64-Jährigen in der posthumen Wahrnehmung sogar auf die allerletzten Zentimeter zusammenschnurrt, auf denen ...

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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Bilanz & Start, Seite 42
von Christine Wahl

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