Der Sprücheklopfer
Die Zeiten von «Harry, fahr schon mal den Wagen vor» sind endgültig vorbei. Bekanntlich ist dieser Satz in der Serie, die jedermann damit assoziiert, nie gefallen. Kultstatus hat er trotzdem, weil seine wunderbar sachliche Banalität alles einschließt, was die guten alten deutschen Krimi-Serien wie «Derrick» eben ausmachte: Behäbigkeit und Ernst, verkörpert von Männern, die als oberste Tugend das Ruhe-Bewahren hochhielten und sich nicht scheuten, Gesprächspausen mit gewichtig vorgetragenen Worthülsen zu füllen.
Die Dialoge hielten sich streng an das Schema: «Ihr Mann ist ermordet worden.» «Ermordet?» Die deutschen Kommissare von damals arbeiteten dazu noch mit den Methoden der psychologischen Einfühlung und des strengen Nachfragens: «Man fand ihn in der Badewanne.» «In der Badewanne?» Heute dürfen männliche Ermittler in deutschen Serien fast nur noch als Duo agieren, und ihre Hauptbeschäftigung besteht darin, lässig und witzig zu sein. Mit ernstem Gesicht in die Kamera zu blicken und weise klingende Sätze zu sagen, ist unterdessen Aufgabe weiblicher Verbrechensbekämpferinnen geworden. Trotzdem hat es noch keine deutsche Kommissarin, ob Rosa Roth oder Bella Block, geschafft, sich etwa ...
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Winterlager 1634, inmitten des Dreißigjährigen Krieges. Wallenstein, des Kaisers oberster General, lässt sein Heer rasten, anstatt dem schwedischen Feind nachzusetzen.
Am Hof zu Wien wächst das Misstrauen gegen ihn. Vier Jahre zuvor, auf der Höhe seiner Macht, hatte der Kaiser Wallenstein seine Gunst entzogen, ihn aber später notgedrungen reaktiviert. Seither ist...
Achtung, das war gerade ein echter Theaterskandal. Tage-, nein wochenlange Aufregung, jeden Morgen neue Aufmacher und Kommentare, Reden und Gegenreden in den Feuilletons, plötzlich hatte jeder wieder eine Meinung. Und die Folgen sind noch gar nicht absehbar. Möglicherweise steht das gesamte deutschsprachige Regietheater zur Disposition. Sogar die «Bild»-Zeitung war...
Und die Bibel hat doch nicht recht. «Gebet, so wird euch gegeben», beschwor der Apostel Lukas im Namen des Herrn die Gläubigen und säte den Samen für einen Tatbestand, der heutzutage als «Bestechung» firmiert. Denn die menschliche Natur unterwarf sich höchst selten dem von Lukas gepriesenen Gebot des absichtslosen Gebens, dem die Belohnung, notfalls nach dem Tode,...
