Der Sexappeal des erwachsenen Mannes
Wir sehen Henry Hübchen in Jeans, Windjacke und mit Zigarette durch den Prenzlauer Berg spazieren. Mit Sonnenbrille am Ostseestrand, stets leicht gebräunt, im weißen Hemd, mit überlegten, entspannten Bewegungen auf der Holzjolle («Seniorenkreuzer» sagt Hübchen).
Er zeigt seine alte Schule in der Pasteurstraße, spielt im Auto den Song «Casablanca» vor, den er für die Ost-Rockband City komponiert hatte. Total normaler Typ, fast ein bisschen bieder.
Folgerichtig konzediert Sophie Rois dem Volksbühnen-Kollegen «den Sexappeal eines erwachsenen Mannes» und sortiert ihn präzise zwischen Marcello Mastroianni und Autoverkäufer ein.
Das Oszillieren zwischen Star und Kleinbürger lotet die dreiviertelstündige Dokumentation «Henry Hübchen – mein Leben» von Sabine Lidl und Irene Höfer komprimiert und wahrscheinlich erschöpfend aus. Man erfährt, dass Hübchen gebürtiger Westberliner ist, mal Physik studiert hat, zweimaliger DDR-Meister im Brettsegeln (Windsurfen) war und seine Schauspieler-Karriere als Indianer im Ost-Western begonnen hat. In den 90er Jahren zeigt er u.a. als Philipp Klapproth in Frank Castorfs Volksbühnen-Inszenierung «Pension Schöller», was Slapstick ist, und erhält zehn Jahre ...
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Theater heute März 2011
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Eva Behrendt
Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin schickt Hauptmanns «Der Biberpelz», inszeniert von Herbert Fritsch, der auch Ibsens ebenfalls eingeladene «Nora» aus dem Theater Oberhausen verantwortet. Weiter nominiert ist vom Dresdner Staatsschauspiel Roger Vontobels «Don Carlos»-Inszenierung. Der dritte bisher noch nie zum TT geladene Regisseur ist Nurkan Erpulat mit...
Ich habe im alltäglichen Gewusel Ihre Anfrage vergessen, jetzt fällt sie mir siedendheiß wieder ein und …Nein, zu diesem Thema habe ich nichts Flammendes zu sagen. Es beschäftigt mich nicht besonders; zudem ist das Theater ja ein Spiegel der Gesellschaft und offenbart also auch in dieser Hinsicht wahrscheinlich nichts anderes als allzu allgemeine Probleme.
Ich...
Bleiben oder gehen? Im Angesicht der Mauer konnte das eine Frage auf Leben und Tod sein. In Anne Habermehls «Narbengelände» ist es auch eine Generationsfrage: Marie und Marc treibt im Februar 1989 in den Wäldern rund um Gera die vitale Überspanntheit 17-Jähriger, die in jeder Hinsicht von Entgrenzung träumen; Maries Eltern, ein knurriges altes Paar zwischen...
