Der schwarze Schatten
Eine Renaissance seines Theaters wird es nie mehr geben. Man kann sich nur noch mit Hilfsmitteln daran erinnern, was Tadeusz Kantor auf der und für die Bühne bedeutet hat: Video-Mitschnitte der Aufführungen, endlose Reihen von (Schwarz-Weiß-)Fotos, Manifeste, Partituren, Skulpturen, Kostüme, Bühnenbilder, Grafiken und Emballagen – Relikte, allein in «seiner» Stadt Krakau aufbewahrt und archiviert in drei großen Gebäuden, den sogenannten «Cricotecas». Ein Symposium im vergangenen Jahr (zum 90. Geburts- und zum 15.
Todestag) brachte dort noch einmal die alten Mitstreiter des legendären Theaters Cricot 2 zusammen, aber auch junge Bewunderer, die noch ein paar Impulse spüren wollten von der vergänglichen Kunst des manischen polnisch-kosmopolitischen Theatermachers Kantor.
Aber einmal mehr wurde in Krakau (wie auch bei Gedenkveranstaltungen und Ausstellungen in Leipzig und Erlangen) bewusst, dass da etwas fehlt, dass es unmöglich ist, diese Kunst zu beschwören, ohne den großen Kunst-Beschwörer vor sich auf der Bühne zu haben: «Er war sein Theater» heißt denn auch ganz konsequent die erste deutschsprachige Monografie über Tadeusz Kantor (1915–1990), die jetzt die in Zürich lebende ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Barbara Burckhardt Seit Ihrem Episodenfilm «Lichter» (s. TH 4/03) haben Sie verstärkt und wohl mehr als jeder andere deutsche Filmregisseur mit Theaterschauspielern gearbeitet. Manche haben Sie erst fürs Kino entdeckt, wie August Diehl für das Hacker-Drama «23», der auch in «Lichter» spielte, zusammen mit Devid Striesow, den wir vorher auch nur aus dem Theater...
Die Texte des späten Beckett gelten als spröde und dem Theater schwer zugänglich. Die Prosa ist auf minimale, nicht mehr erzählend verbundene Sinneinheiten reduziert, während die Stücke Drama nur noch als Schwundstufe und selten den absurden Witz erkennen lassen, der «Godot» und «Endspiel» weltweit auf die Bühnen gebracht hat. Rein praktisch kommt dazu, dass man...
Generationen-Test in Hamburg. Innerhalb von zwei Wochen lieferten drei Theater aktuelle Vergleichswerte über den Gesundheitszustand der deutschen Bühnenklugheit. Wie agil und rebellisch sind die Alten? Was denken junge Steuerzahler von der Welt? Und welche Erfahrungen hat der Pillenknick-Jahrgang zu bieten, der während des Vietnamkriegs aufs Gymnasium kam und...
