Der Hans, der kann's
Er ist kein Star. Warum eigentlich nicht? Er spielte in Filmen von Margarethe von Trotta, Andreas Dresen, Reinhard Hauff. Er hat praktisch in jeder Krimiserie mitgespielt, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat, ob «Tatort», «Polizeiruf» oder «Bella Block». Im «Tatort Singvogel» von 1994 spielt er eine Hauptrolle, den Zuhälter Ronny, einen angeberischen Widerling, der am Schluss aus Eifersucht seine Freundin ermordet.
Warum eigentlich spielt er nie den Kommissar?
Woyzeck oder nicht Woyzeck – keine Frage
Er arbeitete mit George Tabori, Ruth Berghaus, Yoshi Oida, Robert Wilson, mit Jürgen Flimm, Jossi Wieler und Luk Perceval. Er spielte «alles von Büchner», nur Woyzeck hat er nie gespielt. Den «Hofmeister» von Lenz und «Lenz» von Büchner hat Hans Kremer gespielt in all ihrer Zerrissenheit und Qual. Er spielte den Hochstapler Peer Gynt, er spielte einen jüdischen Wohltäter, er spielte den deutschen Recken Siegfried und den verräterischen Staatsmann Hagen. Er spielte die Prinzen Leonce und Don Karlos und den Shakespeare-Narren Tobias Rülp. Er spielte Pfarrer und Kriminelle und Jan-Carl Raspe in dem Film «Stammheim», der 1986 den Goldenen Bären bekam. Seit dreißig Jahren spielt Hans ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Angst haben wir alle. Wer weiß, dass er ein Einzelner ist, hat sie: eine Grundbefindlichkeit des modernen Individuums. Das gilt auch soziologisch: Je freier eine Gesellschaft, je individualisierter, desto mehr diffuse Angst. Das zeigt uns auf belustigende Weise das Stück «Aufzeichnungen aus einer Doppelhaushälfte». Verfasst hat es eine «Anna Behringer», inszeniert...
Gegen Ende werden Auszüge aus Valerie Solanas SCUM-Manifest zur Vernichtung der Männer verlesen. Anschließend debattiert das Lehrerinnenkolleg aus der Filmadaption von «Mädchen in Uniform» dank Neusynchronisation über den Zungenschlag beim Cunnilingus – im Original beginnt die Sequenz mit dem Motto «Gehorsame Frauen sind gute Frauen». Trotzig endet diese...
Eines steht fest: Der Verkehr reißt nicht ab.
Um von A nach B zu kommen, nehme ich ein Taxi.
Taxifahrer 1: Herr Wang (sehr dünn).
Taxifahrer 2: Herr Wang (mitteldick).
Taxifahrer 3: redet ohne Unterlass und freut sich ungemein. Worüber, erschließt sich nicht sofort. Erst nach einer Weile begreife ich: Er redet nicht etwa mit mir, dem Fahrgast, sondern mit dem...
