Der brave Soldat Rolf
Klar, dass hier nur das stehen kann, was die Geschichte der Theaterkritik einen Verriss nennt. Längst hat sich ja der Autor Rolf Hochhuth mit einer Form von Eigensinn, die ihresgleichen sucht, zielstrebig hinaus beschleunigt aus dem zeitgenössischen Diskurs; und letzthin dem Deutschen Nationaltheater in Weimar die Uraufführung des jüngsten Stückes sehr kurz vor der Premiere untersagt, weil der Regisseur den zentralen Mann des Stückes mit einer Frau besetzt hatte.
Jetzt, nach der mit Hochhuths Billigung (und vermutlich auch mit Hochhuths Geld) erfolgten Uraufführung in der angemieteten Akademie der Künste in Berlin, muss die Weimarer Strategie in jeder Hinsicht fahrlässig erscheinen – denn natürlich holt sich immer ein Skandälchen ins Haus, wer speziell diesem Autor derlei Regie-Tricks möglichst lange zu verschweigen sucht. Und auch was sich Michael Simon in Weimar mit dem Männchen-Weibchen-Wechselspiel gedacht haben könnte, bleibt sein Geheimnis.
Methode Schwejk
Immerhin ist «Heil Hitler!» kein pamphletistisches Gepolter, wie es «McKinsey kommt» war; und Hochhuth lässt auch niemanden auf der Bühne zum Tyrannenmord an irgendeinem Deutsche-Bank-Direktor aufrufen. Er bewegt sich ...
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Das ist der Stoff, aus dem ein Alptraum ist: Wenn sich die zuverlässige ältere Dame, die stets über den Dingen stehende Hüterin des menschlichen Miteinanders, plötzlich als Vampir entpuppt. Dass man von fremden Onkels keine Schokolade nehmen darf, weiß man. Aber auch nicht von der Tante? Das Größte in Richard Eyres Film «Tagebuch eines Skandals» («Notes on a...
Es soll ja noch schlechter werden», lautet die permanente Drohung in diesem Stück. Für Elisabeth, die Hauptfigur in Horváths Sozialstück «Glaube Liebe Hoffnung», ist das aber noch lange kein Grund, aufzugeben. Die düstere Zukunftsprognose lässt, im Gegenteil, die graue Gegenwart in einem helleren Licht erscheinen. «Ich lass den Kopf nicht hängen», sagt Elisabeth...
Lachen will der neue Mensch. Zu gut gepanzert gegen Mitleidswirkungen ist unsere Seele, als dass uns mit Tragischem noch beizukommen wäre. Das äffische Gemecker ist der animalische Restreflex des auf- und abgeklärten Zuschauers. Erschüttern kann man nur das Zwerchfell noch. Allein die Groteske kommt uns bei, wusste schon der selige Dürrenmatt.
So beginnt Jorinde...
