Denn sie wissen, was sie tun
Teo Vadersens Biografie prekär zu nennen, ist fast schon ein Euphemismus. Sein Leben nahm eine tragische und doch – in Vadersens Augen – glückliche Wendung, als sich 1996 in der neunten Vorstellung von «Roberto Zucco», einer freien Produktion des Theaters Affekt, Regie Lars-Ole Walburg, ein Haken in der Seitenwand des Theatersaals im Berliner Tacheles löste und der Schauspieler aus vier Meter Höhe in die Tiefe stürzte.
Vadersen, damals 34, zertrümmerte sich beide Fersenknochen, erlebte unter höllischen Schmerzen noch in der gleichen Nacht seine innere Bekehrung – «die Seele», sagt er, «löste sich vom Körper» –, erhielt die Prognose, vielleicht nie wieder gehen zu können, saß ein dreiviertel Jahr im Rollstuhl – und stand wieder auf.
Wenn Vadersen heute von dem Unfall berichtet, verschwimmen innere Zustandsbeschreibungen mit den verwickelten Umständen und Bedingungen, unter denen er damals arbeitete und lebte. Fest steht: Er hatte Glück im Unglück. Ein Unglück war, dass die GbR, die das Theater Affekt mit den Schauspielern für die Produktion gegründet hatte (ein in der Freien Szene übliches Modell, das es erlaubt, die Schauspieler nicht anzustellen, sondern als Freischaffende ...
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