Den Sumpf trockenlegen
Man muss sich die Bilder nochmal vor Augen halten: Jahrelang stand an Montagen «das Volk» zu Tausenden auf diesem Platz zwischen Semperoper, Zwinger und Elbe und skandierte rechte Parolen, putschte sich selber in seinem Fremdenhass auf, schürte Angst, schwenkte Fahnen und schmähte alles, was seiner Ansicht nach nicht (richtig) deutsch ist. Pegida und dann die AfD hatten in Dresden den architektonisch einzigartigen Theaterplatz fest im Griff. Immer wieder kam es hier zu einer grotesken Konfrontation von alter Kultur und reaktionärem Gegröle.
König Johann von seinem Denkmalsockel schaute betrübt und hilflos dem dumpfen Treiben zu.
Und jetzt: «Die Bühne ist ein freier Platz in hellem Licht.» Das steht als eine Art Regieanweisung ganz am Anfang von Peter Handkes «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten», das die Dresdner Bürgerbühne unter freiem Himmel aufführt. Wir sitzen auf Klappstühlen im Schatten der Oper und vor uns der Platz, der nun zur Bühne wird: Vereinzelt kommen Menschen aus verschiedenen Richtungen, queren das weite Feld. Sie sind zunächst nicht zu unterscheiden von den Touristen, die sich hier tummeln und die langsam verunsichert das Geschehen beobachten, das ...
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Theater heute August/September 2017
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Bernd Noack
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Heilig gesprochen wurde Hildegard von Bingen vor fünf Jahren. Papst Benedikt XVI. wünschte sich in einem Dekret, der Heilige Geist möge auch weiterhin «weise und mutige Frauen erwecken, die, indem sie die von Gott erhaltenen Gaben wertschätzen, ihren wertvollen und je eigenen Beitrag zum geistlichen Wachstum unserer Gemeinschaften und der Kirche in unserer Zeit...
Als polnischer Minister für Kultur und nationales Erbe hat man es wirklich nicht leicht. Seit Jahrhunderten bedrohen feindliche Mächte die nationale Einheit des Landes. Gleichzeitig ist der Olymp der legendären Widerstandskämpfer und Nationalhelden personell längst überlaufen, weshalb sich die zeitgenössischen nationalkonservativen Regierungsvertreter mit einer...
