Dem Körper Gewicht geben

Pina Bausch hat das Tanztheater neu erfunden – ein Nachruf.

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Elegant schlägt die Frau im weißen Petticoatkleid und Pumps auf ihrem Stuhl sitzend die Beine übereinander. Ein Mann im dunklen Anzug steht etwas schüchtern vor ihr und versucht, ihr Komplimente zu machen. «Ein schönes Kleid haben sie da», sagt der Mann. «Dankeschön», erwidert die Frau. Doch jetzt verschlägt es ihm die Sprache. Er weiß nicht weiter, woraufhin ihm die Frau ein Stichwort gibt. Immer wieder macht er einen Fehler, sagt oder macht etwas, das im Moment nicht opportun erscheint.

So fängt er plötzlich an, mit seinem Gegenüber Englisch zu reden, oder er fasst ihr für einen Moment unbeherrscht ans Dekolleté, woraufhin sie ihn jedes Mal mit einem hysterisch geheulten «Nein» zurückweist.

 

Die Szene muss von vorne beginnen, bis sie richtig sitzt, kein Patzer den korrekten Ablauf einer Begrüßung zwischen Mann und Frau – etwa in der Tanzschule oder bei einer ersten Verabredung im Café – stört. Noch mal und noch mal und noch mal, bis die Lust am Spiel sich in Schmerz verwandelt und die Situation ernst wird.

 

Komplexe Vexierspiele

Mit jeder Wiederholung macht die Choreografin Pina Bausch in dieser Szene aus ihrem Stück «Walzer» aus dem Jahr 1982 deutlich, dass es sich hierbei um ...

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Theater heute August/September 2009
Rubrik: Akteure, Seite 40
von Gerd Siegmund

Vergriffen
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