«Das Theatertreffen gehört niemand allein»

Juror Jürgen Berger im Gespräch über die Auswahl der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen und seine Erfahrungen in der anstrengendsten Jury des Jahres

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Franz Wille Zahlen zuerst. Die Qualität einer Theatertreffen-Jury wird ja von manchen Leuten daran gemessen, wie viele Inszenierungen sie gesehen hat. Wie viele Abende haben Sie denn im letzten Jahr im Theater verbracht? 

Jürgen Berger Ich bin auf nahezu 120 Abende gekommen. Da es bei mir nicht genau zwölf Monate waren, sondern nur zehn, hat es Wochen gegeben, in denen ich jeden Tag im Theater war. Und es gibt auch Zeiten, wie über Weihnachten, in denen nichts läuft, was fürs Theatertreffen in Frage kommt ... 

FW ...

keine Weihnachtsmärchen für den TT-Monat Mai. 

Berger Ende Januar haben sich bei mir aber erkennbare Erschöpfungszustände eingestellt: Die Erwartung allerdings, dass die schlechte Klimaanlage in den ICEs endlich die Grippe auslöst, die mich umwirft, wurde nicht erfüllt. 

FW Hat man bei täglichem Programmwechsel am Ende noch den notwendigen offenen Blick und die Neugier, die zum guten und genauen Sehen dazugehört? 

Berger Natürlich gibt es Verschleißerscheinungen im Wahrnehmungsapparat. Aber es gibt oft genug und immer wieder angenehme Überraschungen gerade in dem Segment, das man nicht wirklich einladen kann, weil die Behauptung, sie gehörten zu den zehn bemerkenswertesten ...

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Theater heute März 2008
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Franz Wille

Vergriffen
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