Das Große-Jungs-Spiel
Im deutschen Wirtschaftsmusterländle, lange belächelt, weil es immer noch auf Produktion statt auf die angeblich unerschöpflichen Renditemöglichkeiten des Finanztransfers setzte, kann man sich befriedigt die Hände reiben: Wir sind noch mal davongekommen. Die weltweite Finanzkrise wurde hierzulande offiziell für beendet erklärt: niedrigste Arbeitslosenquote seit 1992, Wachstumsraten von über drei Prozent, das darf man fast schon wieder Boom nennen.
Nur – ein bisschen langweilig ist diese Solidität ja schon.
Denn riesige Blasen und milliardenschwere Erfolgsstories schaffen immerhin eine Fallhöhe, aus der es sehr, sehr tief hinabgeht. Die überschießenderen Charaktere und Geschichten muss man sich hierzulande im Kino zu Gemüte führen. Oder im Theater. Und immer mit dem kleinen Grusel im Nacken, dass das relative Ungeschorensein sich im global vernetzten Kapitalismus auch schnell als süßer Irrtum herausstellen könnte. Also gucken wir sie uns an, die Lehrbeispiele aus den mächtig gebeutelten USA und Großbritannien, um das es nicht viel besser steht.
Kapitalismus-Kino und -Theater
Zum Beispiel David Finchers Harvard-Film «The Social Network», die Charakterstudie eines neuen Typs ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 33
von Barbara Burckhardt
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