Das andere England
Man wird ja nicht alle Jahre dreißig. Dachte sich Paines Plough und gönnte sich zum runden Geburtstag mal was ganz Besonderes: Man schenkte sich selbst acht neue Stücke.
Eigentlich nur folgerichtig. Paines Plough ist Englands wichtigstes «New Writing»-Theater ohne feste Bühne, das heißt, man tourt Frischgeschriebenes durch’s gesamte Vereinigte Königreich. Die letzten sieben Jahre erfolgreicher denn je unter der Leitung von Vicky Featherstone.
Featherstones erste Amtshandlung war es, die damals gerade entdeckte Sarah Kane als «Writer in Residence» und Mark Ravenhill als Dramaturg zu engagieren; so ist Paines Plough mit scharfem Sinn für Schreibtalent und Spaß am Risiko verantwortlich für einige Highlights des zeitgenössischen britischen Dramas wie Kanes «Gier» oder Abi Morgans «Tiny Dynamite».
Doch jetzt hat man zwei mal vier Stücke zu einem einzigen Themenkomplex in Auftrag gegeben. Eine Premiere. Unter dem Seriennamen «This Other England» untersuchen zunächst Enda Walsh, Philip Ridley, David Greig und Douglas Maxwell, was Sprache, was Erinnerung im individuellen und kollektiven Lebenspuzzle «Identität» heute für einen Stellenwert haben. Aus verschiedensten Blickwinkeln.
Ein ...
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