Corporate Consciousness

Burhan Qurbani und Martin Behnke «Kriegsbeute»

Theater heute - Logo

Deutsche Waffen verkaufen sich gut in der Welt. 35 Länder stehen aktuell auf der Exportliste. Das Sturmgewehr G3 von Heckler und Koch ist nach der Kalaschnikow die verbreitetste Maschinenpistole der Welt. Die Pistolen von Sig-Sauer stecken bald im Halfter eines jeden amerikanischen Polizisten. Panzer von Krauss-Maffei-Wegmann rollen kreuz und quer über den Globus, u.a. in Saudi-Arabien, Katar und der Türkei. Die Rheinmetall AG liefert Tränengas nach Bahrain und Bomben für den Krieg im Jemen.

In Syrien kämpfen Türken im Leopardpanzer von Krauss-Maffei-Wegmann gegen Kurden mit deutschen Panzer­abwehrraketen von MBDA. 

Der Waffenhandel ist ein zentrales Thema des Dramas von Burhan Qurbani und Martin Behnke, also das Geschäft mit Kriegsgerät und die damit verbundenen moralischen Fragen. Und so sind die Krupps, deren Waffen seit 1860 auf allen Schlachtfeldern Euro­pas und der Welt präsent sind, Vorbild für die Familie Koch, die im Zentrum der Geschichte steht.

«Kriegsbeute» erzählt vom Untergang der deutschen Waffenfabrikantenfamilie Koch. Es ist eine Familientragödie, und will man nach Vorbildern suchen, kommt man nicht an König Lear vorbei. Ein zentrales Motiv des Stückes ist der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 179
von Clara Topic-Matutin

Weitere Beiträge
Die neuen Kräfte, die wirksam werden

TH «Am Königsweg» ist, wenn wir richtig rechnen, Ihre erste Inszenierung eines Stücks von Elfriede Jelinek?

Falk Richter Nicht ganz. Ich habe vor zehn Jahren am Wiener Akademie­theater «Ernst ist das Leben» inszeniert, eine Überschreibung von «Bunbury». Aber das war natürlich kein typischer Jelinek-Text. Da gab es noch Figuren, Dialoge, entliehen von Oscar Wilde. ...

Das Team aus der ersten Reihe

Im Winter 2014 lud die Basler Kulturbehörde zur Vorstellung des designierten Intendanten ins Kunstmuseum Basel. Es war ein halb­öffentlicher Anlass, gemünzt auf die leidenschaftlichsten Theatergänger und stadtbekannten Influencer. Es gab eigentlich auch gar kein Geheimnis mehr zu lüften, ein gewisser Andreas Beck aus Wien sollte das größte Dreispartenhaus der...

Quellen der Unsterblichkeit

Mitten in der Wüste von Nevada treffen vier junge Menschen an einer Stelle aufeinander, die man die «Quellen der Unsterblichkeit» nennt. So heißt es. Es ist ein Loch in der Erde, ein tiefer Spalt, der alle Größen des Silicon Valley zu ihren bahnbrechenden Ideen inspiriert hätte. Larry Page und Sergey Brin hätten hier die Eingebung bekommen, Google zu erfinden, Jack...