Cooles Tollhaus Dasein
Das weltweite Geldgeflecht sowie das Welten bedeutende Geflecht zwischen Menschen – zwei Trusts sozusagen, die leicht implodieren und so das Dasein nicht eben gemütlicher machen. Diese nun schließen Falk Richter (Text, Regie) und Anouk van Dijk (Choreographie) auf raffinierte Art kurz. In ihrer geradezu unheimlich glamourösen Performance aus Rede- und Körperartistik namens «Trust» an der Schaubühne Berlin.
Es geht also um das triebhaft Zerstörerische unseres Daseins, das etwa in
Fondsmanagements oder in Glücks- und Liebesträumen virtuelle Werte schafft und reale Werte wie Bankkonten oder Paarverhältnisse vernichtet. Und es geht um die in uns allen glühende Wut auf dieses exzessiv kapitalistisch-individualistische System und unsere Sehnsucht nach dessen Überwindung, um den Wiedergewinn heilsamer Sicherheiten.
Richters Materialsammlung offeriert ein Leporello voller Exzentriker, Monomanen, Verlassener, Verlorener und Verkommener – lauter normale, verrückte, absurde zeitgenössische Ist-Zustände als bitter-komische Stand ups. Die fortgespielt werden in van Dijks faszinierenden, psycho-illustrativen Bewegungsaktionen auf dem mal verführerisch flauschigen, mal verletzend stahlharten ...
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Theater heute Mai 2010
Rubrik: Theatertreffen: Was fehlt?, Seite 23
von Reinhard Wengierek
Amsterdam
Holland Festival vom 1. bis 23. Juni
Pressebüro Reservations Center
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Tel.: 00 31/70/320 25 00
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www.hollandfestival.nl
Bridge-Project: Shakespeare As you like it, Regie Sam Mendes (2.–6.) und The Tempest, Regie Sam Mendes (4.–6.)
Münchner Kammerspiele: Jelinek Rechnitz, Regie...
Franz Wille Wie lange hat denn diesmal die letzte Jury-Sitzung gedauert?
Christoper Schmidt Circa sechs Stunden. Wir haben etwas später angefangen, weil drei Juroren am Abend davor noch in einer Vorstellung in Essen waren und der Zug wieder mal Verspätung hatte.
FW In diesem Jahr hat in den letzten Wochen eine besonders heftige Reiseaktivität eingesetzt.
Schmidt...
Das Leben ist wie ein Buster-Keaton-Film: brutal, todtraurig, verlogen, verzweifelt und komisch. Siegfried Kracauer sagte einst über diesen kleinen, schmalen Mann mit dem stoischen Gesichtsausdruck, er habe seine Beziehung zum Le-ben verloren. «Die vielen Gegenstände: Apparate, Baumstämme und Menschenkörper veranstalten ein Kesseltreiben mit ihm, er kennt sich...
