Chaos und Kanon
Marcel Proust hat einmal staunend über ein Hotel geschrieben, es sei eingerichtet gewesen «wie ein Theater», und «zahlreiche Komparserie» hätte es belebt. Im Erlanger Theater liegt der Fall genau anders herum: Da sieht man auf der Bühne einen Logierbetrieb, die Gäste im Parkett wirken wie voyeuristische Statisten, vor denen ein paar wild zusammengewürfelte Menschen im Hotel mit ihren ziemlich unbedeutenden Geschichten Leben und Verwechslungen in die Bude bringen wollen.
«Onyx Hotel» heißt die propere Absteige, die dem Auftragswerk, das als «Musiktheater» firmiert, den Titel gibt: Alexander Kukelka hat die Noten, David Gieselmann den Text dazu geschrieben – herausgekommen ist ein flotter Kurzaufenthalt zwi-schen Betten, Bad und Rezeption, zwischen Anspruch und Absprung, zwischen Einchecken und Ausflippen. Eine simpel gestrickte Soap-Opera mit mitunter lästigem Gesang, der der eingängigen Komposition ziemlich vergeblich aus den Niederungen inhaltlicher Belanglosigkeit zu verhelfen versucht.
Der Onyx-Stein symbolisiert gemeinhin schreckliches Unheil; war-um der Name des Minerals hier auftaucht, bleibt unergründlich. Denn die Problemchen, mit denen sich sechs Menschen simultan in den ...
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Wahnsinn Drama
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