Foto: Jörg Landsberg

Bremen: Land der begrenzten Möglichkeiten

nach Kafka «Amerika»

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Der Reisende ist müde. Zusammengesunken, stumm, mit leeren großen Augen liegt er auf seinem Überseekoffer, als das Schiff langsam in den Hafen gleitet, und selbst der Blick auf die Freiheitsstatue entlockt ihm kaum ein Staunen. Kein Wun­der: Der Reisende, Karl Rossmann, ist eine Puppe, und Gefühlsregungen, Bewegungen, Handlungen vollführt diese nur, wenn sie vom Performer und Puppenspieler Jarnoth bewegt wird.

Es ist eine einleuchtende Idee von Regisseur Alexander Riemenschneider, die zentrale Figur aus Franz Kafkas Romanfragment «Der Verschollene» (1927 von Max Brod unter dem Titel «Amerika» veröffentlicht) am Theater Bremen ins Puppenspiel zu verlagern. Denn Karl Rossmann ist schon in dem der Inszenierung zugrundeliegenden Prosatext kein echter Akteur, sondern nur eine Figur, die mehr oder weniger willkürlich hin- und hergeschoben wird: von den Eltern nach Amerika, nachdem er von einem Dienstmädchen verführt wurde. Vom reichen New Yorker Onkel in ein unlogisches gesellschaftliches Regelwerk, an dem er mangels Durchblick schnell scheitert. Von zwei Taugenichtsen, die ihm seine Vorräte wegfressen, in ein seltsam sexualisiertes Dienstbotenverhältnis. Von der Ostküste in den ...

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Theater heute November 2017
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Falk Schreiber

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Personen


Agnes, zwischen 40 und 45
Fanny, zwischen 45 und 50
Orlando, zwischen 20 und 25
Sascha, zwischen 25 und 30
Annabelle, zwischen 20 und 25
Cordula, zwischen 20 und 25
Adrian, zwischen 45 und 50
Elias, zwischen 20 und 25

Ort

Eine Altbauwohnung


Zeit

Ein Wochenende


Dieses Werk ist eine Auftragsarbeit des Deutschen Theaters Göttingen.


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