Biografie, ein Wink
Ich sein oder lieber nicht Ich sein, das ist täglich die Frage. Für Schauspieler intensiver noch als für gewöhnliche Privatlebendarsteller. Immer geht es auf der Bühne darum, wie viel ich öffentlich von meiner Person preisgebe. Man muss kein Strasberg-Schüler sein, um zu ahnen, dass man seine Intimsphäre nicht ungefährdet ausräubert, um in die nächste Rolle zu finden. «Just be yourself», die Weisheit zählt seit dem 19. Jahrhundert zum Repertoire der bürgerlichen Lebenshilfe, seit H. D. Thoreau und Oscar Wilde, und auch die haben den Satz nicht erfunden.
Seit wir gesehen haben, dass noch das authentischste Alltagsexpertentheater mit der Kunst der Verstellung arbeitet, hat sich das «Be yourself» erledigt. «Sei nicht du selbst» überschreibt der Basler Theatermacher Boris Nikitin (34) folgerichtig ein Projekt, in dem fünf Schauspieler ihr Leben vor dem Publikum ausbreiten.
Sie tun das ganz schlicht. Sie reihen Stühle auf, setzen sich und berichten in Wechselrede nach den Regeln von Andeutung und Anekdote. Dabei repetieren sie penetrant ihre Klarnamen, streifen ihre Herkunft, ihre Kindheit, ihre Talente, Ängste und Hoffnungen. Die Motive verschränken sich nach und nach, sehr behutsam, ...
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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Stephan Reuter
Aachen, Grenzlandtheater
4. Delaporte/de La Patelliére, Der Vorname
R. Wolfgang Hagemann
Aalen, Theater der Stadt
22. Heløe, Man ist auch der, der man werden kann
R. Winfried Tobias
Altenburg/Gera, TPT
7. Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen
R. Bernhard Stengele
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Müller/Misiorny, Zwei wie Bonnie und Clyde
R. Christine Zart
16. Hild,...
Eigentlich ist alles ganz einfach: Karla verschwindet, als sie noch etwas Käse für die Pizza kaufen geht. Wochen später stellt sich heraus, dass sie tot ist, eingebrochen und ertrunken im vereisten Fluss. Ob Unfall, Selbstmord oder Mord, bleibt offen. Ein paar sehr ungefähre Motive liegen auch herum, wie sich so langsam herausstellt. Die Dreiecksbeziehung in der...
«Sie sind bestimmt alle wegen dem Buch hier», lächelt Jochen Roller in die gut besuchte Halle. «Kongo. Eine Geschichte. Von David van Reybrouck.» Kichern. Natürlich ist das Publikum nicht wegen van Reybrouck gekommen, sondern wegen dem neuen Stück von Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen: «Mobutu choreografiert», eine Koproduktion zwischen Kampnagel Hamburg und...
