Berlin: Maxim Gorki Theater (Studio), Schaubühne
Der Waldorf-Schüler, Ex-Barkeeper und Auto-Didakt Juri Sternburg, Berliner vom Jg. 1983, hat sich in einem Interview einmal einen «sinnsuchenden Alles- und Nichtskönner» genannt. Unter dieses Label könnten vermutlich auch Andrej und Igor schlüpfen, zwei merkwürdig vage zwischen Fick dich! und Shakespeare changierende Junkies, die ihre Sinnsucherfragen an keinen Geringeren als Gott höchstpersönlich richten. Der nämlich sitzt plötzlich zwischen ihnen in der U-Bahn, nachdem sie gerade jeden, der ihnen durchs Abteil lief, abgestochen, stranguliert oder totgeschlagen hatten.
Der Splatter-Trip zum Dealer im Bahnhof Friedrichstraße versucht sich dabei eine Weile in «Linie 1»-Nachfolge an einer eher schlichten Berliner Typen-Parade mit ökobewusstem Intellektuellen, schweigender Nazi-Oma, schwarzem Sprayer mit biografisch verstörter Ost-Herkunft, nervendem Touristenpärchen und einem Polizisten. Macht sechs Leichen – und mit viel Gelaber und einiger sadistischer Quälerei schon das halbe Stück.
Und dann kommt Gott. Liest Conan Doyle und kann den «Clockwork Orange»-Jungs auch nicht erklären, warum Igor «auf diesem Planeten etwas verschoben verkommt, als hätte man mir eine 3D-Brille schief ...
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Theater heute April 2012
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Barbara Burckhardt
Die Sonne scheint. Das Alpenpanorama leuchtet, freudig läuft der Hund vorneweg, wackelig auf wenig bergtauglichen Schuhen folgt ihm die Frau. Und dann ist da plötzlich – nichts. Ein Nichts, das ein Ende ist. Es geht nicht weiter, obwohl die sich hinabschlängelnde Straße ins Weite zu führen scheint. Denn da ist die unsichtbare «Wand».
In Julian Pölslers...
Es gibt Theaterhäuser, da weiß man vorher, wie der Abend aussehen wird: Bühnenbild, Kostüme, geschminkte Schauspieler sprechen Texte von lebenden oder toten Autoren. Dazu mehr oder weniger Musik, bunteres oder schlichteres Licht. Gerne auch mal Videoprojektionen in verschiedenen Formaten. Am Schluss wird geklatscht, und danach wird der Abend 10- bis 30-mal...
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