Basel: Ewig auf Sendung

Thom Luz «Radio Requiem» (U)

Theater heute - Logo

Öffnen Sie keine Türen (könnte gefährlich sein)! Sprechen Sie keine Leute in blassgrünen Kitteln an (alle in ihre Arbeit vertieft)! Verhalten Sie sich leise (das Haus ist immer auf Sendung)! Das sind so die Benimmregeln, die der Theatermacher Thom Luz für den szenischen Rundgang namens «Radio Requiem» im stillgelegten Sendestudio auf dem Basler Hausberg, dem Bruderholz, vorgibt.

Wobei für Ortsfremde unbedingt hinzuzu­fügen ist: Wir sind hier nicht irgendwo. Im Studio Basel hat das Schweizer Radio DRS über 80 Jahre Geschichte geschrieben und Geschichten gemacht.

Der nationale Popsender erlebte hier seine wildesten Jahre. An diesem Ort wurden schon erstklassige Hörspiele produziert, als das Genre noch für Straßenfeger zuständig war. Ende der 80er richtete dann das zweite öffentlich-rechtliche Radio-Programm auf dem Bruderholz eine standfeste Kultur-Bastion ein – nah bei den Stammhörern, denn das Studio Basel liegt mitten im Villenviertel und nur einen Steinwurf von einem Nobelrestaurant mit zwei Michelin-Sternen entfernt. 

Tempi passati. Radio DRS sendet seit Neuestem aus dem zentralbahnhofsnahen Meret-Oppenheim-Haus, selbstredend ein Kunstbau der Basler Architekten Herzog & de ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2019
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Stephan Reuter

Weitere Beiträge
Alles auf Anfang

Wann fanden dieses Jahr eigentlich die Wiener Festwochen statt? Wer sich im Frühjahr halbwegs aufmerksam durch die Stadt bewegte, konnte diese Frage irgendwann im Schlaf beantworten: «Die Wiener Festwochen finden 2019 von 10. Mai bis 16. Juni statt.» So stand es auf den weinroten Plakaten geschrieben, mit denen die ersten Festwochen unter dem neuen Intendanten...

Kulturpolitik: Nie mehr zweite Liga?

Falk Schreiber Herr Schwandt, Mitte Juni kündigten Sie an, 2020 als geschäftsführender Direktor in Lübeck zurückzutreten. Was ist da passiert?

Christian Schwandt Ich habe gekündigt, weil das Theater Lübeck heute ein schlecht finanziertes B-Theater ist. Bisher war das gute zweite Liga, weil wir immer noch genug Geld zur Verfügung hatten, um immer wieder...

Stuttgart: In der Wieder­holungsschleife

11. März 2004: In Madrid ist es 7.39 Uhr, als die erste Bombe hochgeht. Neun weitere Detonationen folgen: in vier Vorortzügen, in denen dicht gedrängt Pendler zur Arbeit, Kinder zur Schule und Studierende zur Uni fahren. 191 Menschenleben forderte das Attentat. Noch Jahre danach wird ein Vater immer wieder die Bahnstrecke abfahren, in der Hoffnung, seine Tochter...