Barbara Weber «Bonnie und Clyde», Chris Kondek/Christiane Kühl «

München

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Mythen sind etwas Schönes, man kann sie immer wieder plündern, und es bleibt doch noch was übrig. Nach diesem Prinzip hat die Regisseurin Barbara Weber mit einer Serie freier Low-budget-Produktionen unter dem Label «Unplugged» gleich zu Beginn ihrer Karriere weithin sichtbare Signale gesetzt, indem sie Hollywood-Mythen, Popstars und Polit-Ikonen im Hinblick auf die Mechanismen ihrer medialen Existenz analysierte. Nun scheint aus «unplugged» allerdings so etwas wie «embedded» geworden zu sein, und man muss leider mal wieder feststellen, dass das kein Fortschritt ist.

Zumindest auf der großen Bühne im Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele wirkt ihre jüngste Bearbeitung der «Bonnie und Clyde»-Story wie ein vergeblicher vampirischer Versuch, der Geschichte vom wild um sich schießenden Gangsterpärchen noch einen letzten Tropfen lebendigen Bluts auszupressen.
 

Auf den ersten Blick ist klar, diese beiden können allenfalls als das Double des Doubles des Doubles gemeint sein. Im weißen Unschuldshemdchen und mit schwarzen Glitzerstiefeletten räkelt sich Sylvana Krappatsch als Bonnie Parker lasziv auf der Veranda ihrer unerfüllten Kleinmädchenträume, und Oliver Mallison scheint als Clyde ...

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Theater heute April 2010
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Silvia Stammen

Vergriffen
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