Aufführungen
Der Süden. Eine Insel irgendwo zwischen Griechenland und Ägypten. Die letzte Folge eines tragischen Stoffs. Euripides und Peter Handke als Autoren. Birgit Minichmayr und Ernst Stötzner als kriegs- und krisengeschütteltes Ehepaar Helena und Menelaos. Und Regie Luc Bondy – in Wien weiß man halt, wie man sein Publikum in den Sommer schickt.
Auch andernorts werden Kräfte für ein festliches Spielzeitende gebündelt: mit Harold Pinters «Geburtstagsfeier» (Regie Thomas Langhoff) am Bayerischen Staatsschauspiel München und Gerhart Hauptmanns «Der Biberpelz», inszeniert vom Fachmann für flotte Klamotten, Herbert Fritsch, in Schwerin; mit Molières «Eingebildetem Kranken» (Regie Albrecht Hirche) in Aachen und Jacques Offenbachs Opera buffa «Die Banditen» (Regie Sebastian Baumgarten) im Zürcher Theater am Neumarkt. Armin Petras inszeniert erstmals am Schauspielhaus Bochum und erstmals O’Neill: «Ein Mond für die Beladenen»; am Schauspiel Köln zeigt Jürgen Kruse Calderons «Das Leben ein Traum» – ein Titel, der eigentlich über jeden Kruse passt. In Weimar erzählt Nora Schlocker noch einmal die traurige Moritat von Büchners «Woyzeck», in Heidelberg lässt Simon Solbergs «Hamlet» den Staat Dänemark ...
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Bei Denzel Washingtons erstem Auftritt in olivgrüner Uniform und mit der Ginflasche in der Hand brechen die Zuschauer in ekstatischen Jubel aus. Danach hängen sie an seinen Lippen. In der seit 1987 ersten Broadway-Inszenierung von August Wilsons Pulitzerpreis-Stück «Fences» dominiert Washington als zorniger Alltagsheld Troy Maxson die Bühne. Jedesmal, bevor Troy...
Von der menschlichen Seite betrachtet, ist so ein Mythenheld ja wenig sympathisch. Herakles’ Weg zum Ruhm ist mit Leichen gepflastert, sein Familienleben ein Desaster, seine Sozialkompetenz ungenügend. Am Ende stirbt dieses Egomonster einen qualvollen Tod. Damit beginnt die Trilogie von Armin Petras. Die drei Stücke («Herakles’ Tod», «Alkestis, mon Amour» und...
Der Krieg, dieser unermüdliche Beschleuniger der Warenzirkulation, tödlich für die Körper, zerstörerisch für die Seelen, aber als Konjunkturprogramm nach wie vor unschlagbar, lässt sich auf der Bühne nicht darstellen, wohl aber verhandeln. Das weiß auch Armin Petras und sucht sich für sein gleichnamiges Doppelprojekt an den Münchner Kammerspielen denkbar...
