As time goes by
Exakt 2783 Jahre europäische Theatergeschichtsdaten auf 239 Seiten nebst weiteren 116 Seiten aufgelisteter Theaterliteratur zum Thema – wer so ein Projekt zwischen zwei Buchdeckel bringt, braucht viel Leidenschaft. Wolfgang Becks datenselige «Chronik des europäischen Theaters von der Antike bis zur Gegenwart» will einen Überblick geben über «Zusammenhänge, Gleichzeitigkeiten oder Ungleichzeitigkeiten der Theaterentwicklung in Europa».
Das klingt selbstverständlicher, als es ist: Für Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit sorgt die Zeit ganz automatisch, aber was für Zusammenhänge schaffen chronologische Tabellen?
Beck regelt die Geschichte mit zwei Spalten: links «Personen des Theaters/Bühnenereignisse», zumeist Geburtsjahre und Uraufführungen, rechts daneben «Zeitgeschichte/Bühnenwesen», also größere historische Vulkanausbrüche neben Theatergründungen, Intendanzen und anderem Grundstürzenden. Diese Systematik führt zu interessanten Gegenüberstellungen. Im Jahr 1570 etwa wurde links der englische Dramatiker John Webster geboren, während rechts die Schulordnung in Breslau den Wert der Aufführungen von Stücken des Terenz betont. Soweit, so gut. Aufschlussreich auch das Jahr ...
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Wie war das noch? Ein Männlein steht im Walde … Nein, eigentlich sind es eine ganze Menge Männlein und Weiblein, die im neuesten Stück der 26-jährigen österreichischen Autorin Gerhild Steinbuch buchstäblich und metaphorisch im Wald stehen. Und selbst wenn Hoffmann von Fallerslebens Kinderlied weder in Text noch Inszenierung vorkommt, gibt es doch ein passendes...
Der Horror beginnt ganz leise. Birgit Minichmayrs Gitti, PR-Frau beim Musikkonzern Universal, ist ein Mädchen zum Pferdestehlen: unkompliziert, humorvoll, selbstbewusst, und wenn sie ihren Freund halb zärtlich, halb trampelig Richtung Familiengründung zu bugsieren versucht («Komm, wir lassen mal die Kondome weg»), hat das unbedingt Charme. Dazu passt ihr...
