Ankommen, absatteln
Im Südwesten der USA gibt es kleine Städtchen aus der Zeit des Goldrausches, die heute noch vom Geist des «Ankommen, Absatteln, Claim abstecken» inspiriert sind. Wer hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Geschäft machen wollte, musste rechtzeitig da sein, ansonsten war das Geschäft schon wieder ganz woanders, und es erging ihm wie Rob, Micha und Katy. Die drei kommen aus Good Old Germany, sind mit einem VW-Bus unterwegs und wollen Theater nach europäischem Strickmuster importieren.
Micha ist grundlos euphorisch, Rob eher zurückhaltend, während Katy erst mal nur Durst hat und sich wie eine harte Frau auf einem der ersten Trecks Richtung Westen unter zähen Siedlern fühlt. Bei Ike scheinen sie an der richtigen Adresse zu sein. Vom aktuellen deutschen Regietheater hat der zwar keine Ahnung, dafür aber eine Tochter, eine Halle und eine Idee, was hier funktionieren könnte: ein Laden mit Hardcore-Videos zum Beispiel.
«Start Up» hat der derzeit exportkräftigste deutsche Theaterautor für das German Theatre Abroad geschrieben, das GTA tourt damit quer durch die USA (s. TH 11/07). Zwei Tage nach der New Yorker Uraufführung Mitte Oktober gab es in Mannheim die deutsche ...
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Bei den beiden zentralen Produktionen der diesjährigen «Spielzeit Europa» musste man die zuständige Bühne innerhalb des Hauses der Berliner Festspiele ein bisschen suchen. Bei «Stifters Dinge (The Piano Piece)» von Heiner Goebbels musste man durch einen Nebeneingang eintreten, bei Alvis Hermanis «The Sound of Silence – ein Konzert von Simon & Garfunkel in Riga...
So hat man die Nibelungen noch nicht gesehen: Edel zwar und zart die Züge Giselhers, doch von ziemlich exotischem Adel. Omar el-Saeidi ist von ägyptischer Abstammung, 1980 in Gießen geboren. Bruder Gerenots dunkles Antlitz umrahmen schwarze Rasta-Locken. Patrick Gusset kam 1979 in Basel zur Welt, sieht aber eher nach Nordafrika aus. Und dann stürmt Siegfried auf...
Dass echte Kerle ihre Gefühle zeigen können, beweist der Autor am Schluss, als er zum
Applaus auf die Bühne kommt. Begeistert und überschwänglich umarmt er den Regisseur, die Bühnenbildnerin und jeden einzelnen der Schauspieler, die gerade anderthalb Stunden lang seinen Mikrokosmos der Männerwelt verkörpert haben. Simon Stephens heißt dieser gefühlsbewusste Autor,...
