An den Rand gefahren
Eine Schlagzeile in der Münchner Abendzeitung vom 7. Dezember 2004: «Straßen-Terror von maskierten Jugendlichen. 3 Frauen überfallen – eine verliert ihr Baby». Schauplatz ist, man hat es fast schon geahnt, das Hasenbergl, berüchtigter sozialer Brennpunkt im Münchner Norden. Am nächsten Tag sind die Täter gefasst: sieben Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren, fünf Deutsche, ein Italiener und ein Albaner, die beim Krampus-Spielen willkürlich auf Passanten eingeprügelt haben.
Dass eines der drei türkischen Mädchen schwanger war, hatte sie nicht davon abgehalten, der jungen Frau mit einer Kette und Stöcken auf den Bauch zu schlagen ...
Da ist sie wieder, diese dumpfe, aus dem Nichts eskalierende Gewalt der Ghettokids, die man eigentlich gern für ein längst überholtes Klischee halten würde. War man doch gerade auf dem besten Weg, Vorurteile abzubauen, sich gegenseitig kennen zu lernen, Hemmschwellen zu überwinden, wie es so schön heißt. Seit Ende Oktober läuft an den Münchner Kammerspielen die Projektreihe «Bunnyhill», eine sozio-theatrale Feldforschung mit verschiedenen Veranstaltungsformaten wie dem Bunnyhill-Club, der Bunnyhill-Academy, einem gemeinsam von Schauspielern der ...
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Langeweile, das klingt so harmlos. Das klingt nach schlaffem Händedruck, nach Erwachsenen, die episch Filme nacherzählen, die gerade im Kino laufen, oder Nieselregen im Theater.
Dabei ist Langeweile heimtückisch. Als gut getarnte Mischung aus Sehnsucht und Aggression schlägt Langeweile Ausländer tot, verschleudert endlos Ressourcen und wählt die falschen...
Mäntel, Degen, Abenteuer, Matrosenliebe, Lügen und Intrigen: Eine der bekanntesten Geschichten dieser Art ist «Der Graf von Monte Christo». Geschrieben hat sie Alexandre Dumas in den Jahren 1845/6. Als Fortsetzungsroman für das Feuilleton des «Journal des débats». Dort sollten die Leserzahlen steigen, die Abonnements verlängert werden. Es klappte: Die Leser liebten...
Manche Menschen haben eine merkwürdige Vorstellung von Samaritertum. Ein Frau, der sowohl Mann wie Liebhaber im World Trade Center verstorben sind, fährt danach wahllos Menschen an, damit sie das Leben wieder schätzen lernen. Dagegen fällt der streunende Dichter, der streitende Paare und einsame Trinker mit Penetranz nötigt, sich von ihm ein Trostpoem verfassen zu...
