Alles andere als gut gemeint
Links eine Taxi-Zentrale, rechts ein Kiezfriseur und auf den zehn Metern bis zum U-Bahnhof Boddinstraße noch eine zünftige Absturzkneipe: Urbaner als Tamer Yigit und Branka Prlic in ihrem frisch angemieteten Neuköllner Ladenbüro kann man definitiv nicht arbeiten. Interessiert steht das Regie-Duo im Türrahmen und beobachtet die Nachbarn, die ihren Lebensmittelpunkt an diesem heißen Frühlingstag ebenfalls vor die Haustüren verlegt haben.
«Wir sind erst vor einer Woche hier eingezogen», sagt Yigit, «und ich könnte schon mindestens ein Stück schreiben!»
Die Feuilletons feiern Yigit und Prlic für ihre künstlerischen Integrationsverdienste um die türkischstämmige Community: Bereits in seiner ersten abendfüllenden Arbeit 2005 am Berliner HAU – dem semidokumentarischen, autobiografisch inspirierten Tanz-Theater-Projekt «Meine Melodie» – wuchtete Yigit mit Grandezza den dramatischen Soundtrack (s)einer Kreuzberger Jugend auf die Bühne. Und für die preisgekrönte Erfolgsproduktion «Ein Warngedicht» recherchierte er mit Prlic monatelang an einer Kreuzberger Schule. Auf dieser Basis schrieben sie einen Text, der mit minimalen theatralen Mitteln maximal Erfahrungshorizonte weitet.
Dabei ...
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«Man wird das Gefühl nicht los, man müsse noch mal zurück ins Jahr 2000 – haben wir nicht irgendetwas Wichtiges vergessen?», fragt Alexander Karschnia im Webmagazin Berliner Gazette. 2006 startete «Little Red», titelgebende Protagonistin der Performance von andcompany&Co., ihre erste Bühnen-Zeitreise aus der Zukunft des 3. Jahrtausends direkt in die Nachwendezeit....
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Scheinbar ohne Aufwand, scheinbar mit ihrer bloßen Anwesenheit auf einer Bühne, erschafft Margit Bendokat eine Welt. Man hat dabei den Eindruck, als würde sie gar nicht viel tun, als würde sie bloß Texte aufsagen, oder sie rufen, als würde sie einfach nur stehen, wenn sie steht, gucken, wenn sie guckt. Und dennoch ist sie eine Welt. Dabei ist sie nicht unbedingt...
