Abgewürgt
Daraus hätte was werden können: Zwei ökonomische Global Player, die Volksrepublik China und der Volkswagenkonzern, haben eine gemeinsame Geschichte, und diese Geschichte wird in Szene gesetzt von einem künstlerischen Global Player, Stefan Kaegi, einem der klugen Köpfe des international gefeierten Dokumentaristen-Kollektivs Rimini Protokoll.
Kaegi ist nach China gereist und hat Interviews geführt: mit VW-Mitarbeitern, mit China-Korrespondenten deutscher Medien, mit einem Taxifahrer und einem Gebrauchtwagenhändler.
Vor allem aber hat er Hunderte Briefe und E-Mails ausgewertet, die deutsche VW-Angestellte aus China an ihre zurückgebliebenen Kollegen und Verwandten in Hannover geschickt haben. Denn es ist inzwischen 30 Jahre her, dass Volkswagen sein erstes Werk in China eröffnet hat, als erster westlicher Großkonzern überhaupt. Einer von 1.000 Chinesen hatte damals ein Auto, heute hat jeder zehnte eins – und das auch deshalb, weil VW inzwischen Jahr für Jahr rund drei Millionen Autos in China verkauft. Eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, deren menschlicher Komponente Kaegi auf den Grund gehen wollte. Ja, daraus hätte was werden können.
Geworden ist es am Ende ein Abend, der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2014
Rubrik: Chronik: Hannover, Seite 57
von Tobias Becker
11./Donnerstag
23.40, arte: Mitte Ende August Fernsehfilm (2008), Buch und Regie Sebastian Schipper, nach Goethes «Wahlverwandtschaften» mit Marie Bäumer, Milan Peschel, André Hennicke,
Anna Brüggemann, Gert Voss u.a.
14./Sonntag
20.15, arte: Ein Mann wird gejagt Spielfilm (1966) von Lillian Hellman, mit Marlon Brando, Jane Fonda, Robert Redford u.a., Regie Arthur...
Marianna Salzmann hat die Nachtschicht noch vor sich. Wir treffen uns am Nachmittag um vier, in einer Bar in der Nähe des Deutschen Theaters. Hinter ihr liegen vier Schreibwochen. Diese Blocks gibt ihr die Leitung des Gorki Theaters als Auszeit von ihrer Tätigkeit als Leiterin des Studios, der Nebenspielstätte des Gorki, aus der Marianna einen Ort der kollektiven...
Was macht eigentlich Robert Stadlober (der wuschelköpfige «Wuschel» aus Leander Haußmanns DDR-Grenzerkomödie «Sonnenallee», der mit der Rolling-Stones-Doppel-LP unterm T-Shirt)? Er sieht eigentlich noch immer wuschelköpfig aus, trägt inzwischen Anzug, hat eine E-Gitarre in die Hände genommen und singt Lieder zum Lobpreis von Herbert Marcuse: «Der eindimensionale...
