1,93 Meter
Der Zürcher Schauspielhaus-Direktor hat ein gesundes Vertrauen in seinen Auftritt: «Ich bin 1 Meter 93 groß, spreche hochdeutsch und drücke mich klar aus.» In dieser darwinistisch knallharten Überlegenheit sah Matthias Hartmann Ende Januar den Grund, dass der historisch einmalige Streik der technischen Angestellten vier Tage dauerte. Tatsächlich, auch dieses Tief kann man am Ende klimatisch erklären.
Allein an der rationalen Rechnerei eines in der Stadtverwaltung längst eingeführten, im Schauspielhaus bislang nie durchgesetzten einheitlichen Lohnsystems entfachte sich nicht die ganze Hitze.
Klartext in Schriftdeutsch
Unter der Direktion Marthaler wurde das Personal teilweise zu Löhnen eingestellt, die sogar unter dem neuen Reglement lagen, das erst unter Hartmann zur Eskalation geführt hat. Stimmt, Christoph Marthaler ist deutlich unter einsneunzig, trägt keine Nadelstreifen und drückt sich auch nicht wahnsinnig klar aus. Doch Hochdeutsch, das kann er. Oder Schriftdeutsch, wie das in der Schweiz heißt und damit das Register der Autorität im Fremden markiert. Nun kann es gut sein, dass das Chrischtöffeli in den Werkstätten die Mundart benutzte, um die Spezialisten im Niedriglohn ...
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Namen mit E stehen ihr gut, besonders wenn sie auf a enden: Emilia oder Emma. Noch besser sind Namen auf M: Margarethe und natürlich Mona. Das Optimum ist beides auf einmal: Eva Maria. Als «Dr. Eva Maria Prohacek» ermittelt Senta Berger seit 2003 beim ZDF und zeigt mit dieser Figur, dass sie der «Senta»-Figur, an die sich der Zuschauer so gewöhnt hat, doch noch...
Ein schwarzhäutiges Zimmermädchen in der großen Marmorbühnenbox wischt den Boden, wischt und wischt, ihre Bewegung wird langsamer, wird Zeitlupe. Dann, nach einer Vorhangpause voll laut dröhnendem Rauschen: absolute Stille. Als wäre aller Ton weggedreht. Und in der Stille, im grellen, nackten Marmorraum, sitzt allein ein Baby, gerade mal ein paar Monate alt, sitzt...
Man könne das doch nicht mehr spielen, meinen die Kollegen. «Heldenplatz», das sei gerade mal ein punktgenauer Polit-Skandal damals vor knapp 20 Jahren gewesen, eine lokal verortete Provokation, die ohnehin nur in Wien einen Sinn machte. Und überhaupt: Thomas Bernhard – sowas von «out»! Dieser stilisierte Weltekel, diese klischee-seligen Rundumschläge. Ja, mit...
