Überrrraschung!
Wer in Konversationsstücken unverhofft an fremden Wohnungstüren klingelt, trägt in seinem Psychoköfferchen nichts Gutes bei sich. Auch Roland Schimmelpfennig tut uns den Gefallen, von dieser dramatischen Reißbrettregel keinen Millimeter abzuweichen. In Schimmelpfennigs Weihnachtsgeschichte «Wintersonnenwende» kommt effektverstärkend hinzu, dass der Klingler sich den 23. Dezember ausgesucht hat.
Hinter der auserwählten Wohnungstür gehen sich also in gepflegter Vorweihnachtsroutine bereits der Sachbuchautor Albert (Felix Goeser), seine Brotlos-Experimentalfilmerinnen-Gattin Bettina (Judith Hofmann) und deren zu standesungemäßer Flapsigkeit neigende Mutter Corinna (Jutta Wachowiak) auf die Nerven.
Mit einer Überraschung weiß das Anfang des Jahres in Stockholm uraufgeführte Stück, das Jan Bosse nun am großen runden Designertisch im Berliner DT (Bühne: Stéphane Laimé) deutschsprachig erstinszenierte, allerdings doch aufzuwarten. Es ist tatsächlich ein Wunder, wie lange Schimmelpfennigs Weihnachtszweckgesellschaft auf der rechtskonservativen Leitung steht. Obwohl der von Corinna auf gemeinsamer Zugfahrt aufgegabelte (und von Bernd Stempel maximal stromlinienunförmig gespielte) Gast ...
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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Christine Wahl
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Yuri Englert trägt einen blauen taillierten Anzug und steht wie...
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