Göttingen: Die soziale Ader
Zuletzt hatte sich Regie-Veteran Hansgünther Heyme an dem sperrigen Stoff versucht: mit dem Karlsruher Ensemble und für die Ruhrfestspiele in Recklinghausen. Aber absehbar blieb auch diesmal wieder, dass die beiden «Gas»-Stücke des expressionistischen Dramatikers Georg Kaiser nicht wirklich zurückzugewinnen sind fürs Repertoire.
Denn obwohl ziemlich viel Material ziemlich zeitgenössisch erscheint (strategische Fragen etwa von Industriepolitik und Innovation, von Krieg und Profit), ächzt das demnächst hundert Jahre alte Doppel-Stück beträchtlich unter der Last seiner ambitionierten Konstruktion. Von der expressionistischen Sprache ganz zu schweigen.
Außerdem bleibt vieles unklar – wo zum Beispiel hat der Unternehmer am Beginn des ersten «Gas»-Teils, Chef des Gaswerks, das ihm gleich zu Anfang spektakulär um die Ohren fliegt, bloß die idealistische Haltung her? Er will ja nur Gleicher unter Gleichen sein im Gaswerk, ein Sozialist im Chefsessel; selbst der Tochter, die einen Militär heiratet, will er später mal nichts zu vererben haben … Über diesen wunderlichen Menschen gibt «Die Koralle» Auskunft, das Stück, das dem «Gas»-Doppel vorausging und das die Geschichte des ...
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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Michael Laages
Das ist eine Geschichte, wie sie der, über den in ihr berichtet wird, selber erdacht haben könnte: Der Spitzel eines diktatorischen Regimes hockt jahrelang in seinem Observationskabuff und registriert jede Bewegung des ihm obskuren Objekts seiner Beobachtungsbegierde. Voller Pflichteifer bekommt er aber gar nicht mit, dass der angebliche Staatsfeind längst...
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könnte ich ihnen sagen, was es bedeutet, dann bestünde kein anlass, es zu tanzen
isadora duncan
die welt ist alles, was der unfall ist.
ludwig wittgenstein
denn die gestalt der welt zerfällt.
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§1 der fernfahrerprolog
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