Luc Bondy: Einem Windstoß gleich

Eine vielstimmige Buch-Inszenierung über den Theaterkünstler Luc Bondy, für den der Text stets im Zentrum stand

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Theatermann/Schriftsteller/Leser», meint Peter Handke, wäre die passende Grab­inschrift für den Ende 2015 verstorbenen Regisseur Luc Bondy, der offenherzig bekannte, «diesen eigenartigen, für die Nachwelt kaum zu beschreibenden Beruf des Regisseurs» gewählt zu haben und damit «die Sehnsucht nach dem Schreiben kompensiere, indem ich inszeniere, sozusagen in die Luft schreibe». Auf diese Berufsdefinition spielt der Titel des schönen Buches über Luc Bondy und sein Theater im Alexander Verlag an: «In die Luft schreiben».

Geoffrey Layton, Assistent und Mitarbeiter des Regisseurs seit 1981, hat es im Auftrag der Ber­liner Akademie der Künste zusammengestellt. Mit der Publikation will er vor allem verständlich machen, was Theaterregie ist, wenn sie von einem Künstler ausgeübt wird, der sich der Literatur verbunden fühlt und für den die Exegese des dramatischen Texts und seine Aneignung zentrales Anliegen ist.

Luc Bondy war bewusst, wie flüchtig und vergänglich Theater ist. Deshalb sollte es in voller Schönheit und Pracht erblühen, um wirksame Spuren unverblümter Wahrheit hinterlassen zu können. Seine Arbeit im Theater empfand er einem Windstoß vergleichbar, der die Schauspieler wie Blätter ...

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Theater heute Februar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Klaus Völker

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