Ich ist kein Luxus

Seelenerkundungen der Generation Lau: Falk Richters «Never Forever» an der Schaubühne; das Männerballett «Fallen» und Yael Ronens «Erotic Crisis» am Gorki Theater

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Am liebsten hätten sie veganes Theater!», spottete Frank Castorf zum Thea­tersaisonauftakt im Berliner «Tagesspiegel» und meinte damit, nun ja, auch sein Publikum. Während die nach wie vor an den Rosa-Luxemburg-Platz pilgernden Bewohner von Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Mitte in Sachen Kunstkonsum gewissermaßen omnivor aufgestellt sind, gestalten sie nämlich ihr eigenes Leben lieber möglichst sicher, moralisch korrekt und gesund.

Seit Jahren schon schimpft der nach Roberto Ciulli zäheste In­haber eines Intendantensessels auf den zugewanderten neuen Mittelstand, der seine Kraft vor allem der Politur seiner Luxus-Ichs widmet und dessen politische Teilhabe sich im Kauf von Bioprodukten erschöpft. Lau ist das neue Cool: nicht schlecht gebrüllt, Castorf!

Der Volksbühnenchef zahlt es seinen Zuschauern heim mit Céline und Malaparte, mit Autoren also, die sich noch die Finger beim Spiel mit den ideologischen Feuern des guten alten 20. Jahrhunderts verbrannten. Wer aber schaut in die seelischen Abgründe der weichgespülten Zeitgenossen? Wird daraus zwangsläufig «veganes Theater»?

Fluch der Selbstkontrolle

Falk Richter hat sich geradezu spezialisiert auf die Gefühlsgemengelage der Generation ...

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Theater heute November 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Eva Behrendt

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