Im Bauch des Jumbos
Startvoraussetzungen ...
Zwei Bühnenbildner, zwei Generationen, was sind die Unterschiede, was die Gemeinsamkeiten? Wie ist die Berufsauffassung der beiden, die sich im Übrigen persönlich kaum kennen?
Thomas Dreißigacker, männlich, Jahrgang 1955, Beruf Bühnenbildner, Wahlheimat Köln. Katrin Nottrodt, weiblich, Jahrgang 1969, Beruf Bühnenbildnerin, Wahlheimat Regensburg.
Ihre eigentlichen Heimaten aber sind die Theater von Köln, Essen, Basel, Düsseldorf, Hamburg, Wien, Hannover, Mannheim, Berlin, Bonn, München und die zwischen diesen Orten verkehrenden Intercitys, Nightlines und Billigfluglinien. Obwohl er Anfang fünfzig ist und sie knapp fünfzehn Jahre, also fast eine Generation jünger, sind ihre Lehrer interessanterweise doch die einer einzigen Generation, der Generation der heute Siebzigjährigen, die das Bühnenbild in den sechziger Jahren vollkommen neu definiert haben. Thomas Dreißigacker ist Schüler von Achim Freyer, Katrin Nottrodt von Wilfried Minks und Karl-Ernst Herrmann.
Als Dreißigacker Anfang der achtziger Jahre seine ersten Arbeiten machte, drohte karrieretechnisch der Fall ins Postachtundsechzigerloch. Doch in einer Zeit, als alle wesentlichen Positionen besetzt waren ...
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Theater heute August/September 2006
Rubrik: Die Kunst der Bühne, Seite 40
von Joachim Lux
Ja, da muss man sich doch einfach hinlegen: Die Wiener Festwochen 2006 begannen mit einem kollektiven Bed-in. Die Bühne für Ivo van Hoves Theateradaption des John-Cassavetes-Films «Faces» von 1968 besteht aus einer Bettenlandschaft; das Publikum verfolgt die im Stück verhandelte Ehekrise aus der Horizontalen (s. TH 8-9/05). Die Inszenierung ist eine Koproduktion...
Was ist das für ein Venedig hier in Bremen? Antisemitische Karikaturen prangen kreideweiß auf der aschfahlen Bühnenrückwand. Der Raum (von Heinz Hauser) ist leer bis auf ein paar gelbe Papierbahnen, die später in Pogromhatzen zerfetzt werden. Auf Stühlen zu beiden Seiten sitzt die Finanzwelt der Lagunenstadt: die Juden in bedrückendem Schwarz; die Venezianer...
Die Räuber» sind vor allem auch der Seelenerguss eines Zwanzigjährigen im Kampf gegen die Überväter. Annette Pullen, 32, hat Schillers Sturm-und-Drang-Moritat vor allem als geradezu zeitgeistiges psychologisches Familiendrama gelesen, als Saga um Maximilian Moor, Patriarch im Maßanzug, und seine beiden Söhne Karl und Franz.
Frauen sind in dieser Welt, in...
