Ein Ticket für die Wirklichkeit
«Ab jetzt bestimmt die Fiktion die Wirklichkeit!» Der Mann mit der Pelzkappe reißt das Fenster zur Straße auf. Eine frische Brise, Autolärm und Vogelzwitschern dringen in den stickigen Theaterraum hinein, und er brüllt hinaus: «Wir lassen uns von Gott nicht mehr umbringen!» Mit Revolvern hatte der Bärtige, der Anarchist Michail Bakunin, zuvor in den Theaterhimmel geballert und gegen die «verschissene Ordnung» gewettert: «Ich bin nicht tot!»
Eine anarchistische Ader hat auch der Autor Wolfram Lotz.
Der Jungstar knallt den «Arschgesichtern» vom Theater Stücke vor den Latz, in denen er gerne mal das Fenster aufreißt, um Durchzug zu machen. Das Theater ist für ihn «der Ort, wo Wirklichkeit und Fiktion aufeinandertreffen, (…) wo beides seine Fassung verliert in einer heiligen Kollision». Was ist im Theater überhaupt wirklich oder möglich? Schon Lotz’ erstes Stück «Der große Marsch» stellt diese Fragen. Es ist eine Zumutung für jede Bühne und wird vielleicht gerade deshalb gerne nachgespielt. Der Theatertext über Theater – und so ziemlich alles andere – verlangt nicht nur den Auftritt von Anarchist Bakunin, Banker Josef Ackermann oder Autor Lotz höchstselbst, sondern auch «echte» ...
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Theater heute Juli 2015
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Jenny Schmetz
Für meine Mutter Andrea Haidle, die uns beschützte,
und für jede Mutter, die diejenigen, die sie liebt, beschützt (also alle).
Personen
(in der Reihenfolge ihres Auftretens)
Rebecca, Ende 40, sieht aber jünger aus. Hausfrau.
Rachel, ihre Tochter. 17.
Gary, Rachels Abschlussball-Date. Ein netter Typ.
Gladys, Rebeccas Nachbarin und beste Freundin.
Mr....
Die Theaterzeitschrift
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Eine Zeitlang kursierte ein verwackeltes Amateurvideo im Netz, auf dem zu sehen ist, wie die Choreografin Doris Uhlich und der Brut-Co-Intendant Haiko Pfost im Duett die Nummer «What a Feeling» aus dem Tanzfilm «Flashdance» performen. Das im Rahmen einer offenbar ausgelassenen Party entstandene Bilddokument enthält in komprimierter Form, was das 2007 eröffnete...
